Seit ein paar Wochen lese ich still und heimlich bei euch mit, doch nun wird es höchste Zeit mal Hallo zu sagen.
Eigentlich habe -bzw. hatte- ich mit der Fischerei überhaupt nichts am Hut.
Langweilig, für ältere Herren, Würmer ersäufen, TIERE TÖTEN! -Nein! nichts für mich.
Basta!
Doch seit diesem Sommer ist alles anders.
Mal wieder in Norwegen in den Ferien und auf der Suche nach einem schnuckeligen one-night-Camping fuhren wir zufällig an einem kleinen Campingplatz mit kleinem Hafen und groooooosser Beschriftung Båtutleie" vorbei.
Wieso nicht, dachten wir, machten kehrt, bezogen ein schönes Plätzchen und mieteten ein kleines Fischerboot um Vögel fotografieren zu gehen und auf dem Fjord rumzusauen.
Die Angler vor Ort haben uns nur schräg angeschaut und uns wohl für leicht bedeppert gehalten. -Mit einem Fischerboot Vögel knipsen -Wie kann man nur!
Abends dann, nach viel Øl und langem Gelaber mit einem Zeltnachbar nebenan machte ich einen kapitalen Fehler.
leicht beduselt durch die Bierchen schwafelte ich etwas von "Fischen könnte vielleicht, unter Umständen, eventuell doch noch cool sein, wenn nur das töten nicht wäre", was dann den gemütlichen Abend noch erheblich verlängerte, wurde ich doch mit viel Angerlatein eingedeckt, fachgerecht geködert und gaaaanz langsam gehakt.
Nächster Tag, leicht verkatert, ging unsere Reise weiter und irgendwie liess mich das geplaudert über die ach so tollen Angelerlebnisse in Norge vom Vorabend nicht mehr in Ruhe.
Ist diese Angelei doch nicht so langweilig? Doch Nicht nur für ältere Herren? Hmmmm.... Grübel... studier...
Ganz zufälligerweise kamen wir auf unserer Weiterreise ein paar Tage später an einem Angelladen vorbei und ebenso ganz zufälligerweise
fand ich dort einen freien Parkplatz, um im nahegelegenen Kiwi Futter einzukaufen.
Zurück beim Auto rasch die Einkäufe verstaut und ab in den Fischerladen. Natürlich nur zum schauen, begrapschen und fragen, was ein Anfänger denn so brauchen würde...
... War die Idee.
Doch dummerweise hatte der Stor Tilbud und raus kamen wir mit günstig erworbener Angelrute, Pilker, weiterhin null Ahnung was man sonst noch so braucht und wie man Angelt, sowie dem dumpfen Gefühl soeben über den Tisch gezogen worden zu sein.
Dann ein paar Tage Fotografieren auf der Vogelinsel Runde, viele, viele Youtube-Videos zum Thema Angeln und Fische töten , ein paar kleine Einkäufe wie Filetiermesser, Feumer und Fischtöter (ein Hammerstiel
), etc... und wir kehrten zurück zum Campingplatz mit Hafen und Båtutleie
Der Nachbar war noch da, der lachte sich natürlich kaputt, checket die Nagelnagelneue Ausrüstung, brummelte etwas von "OK, aber Prügel und schwer und deckte uns umgehend mit massenhaft Tips ein, welche wir am nächsten Tag auf dem Wasser möglichst erfolglos (es könnte ja was beiden und dann --> töten*eek*) umzusetzen versuchten.
Da sassen wir nun in diesem kleinen Boot mitten im Fjord, hatten weiterhin keine Ahnung was wir da tun sollten und versenkten mal irgendwo den Pilker, sassen im Boot und hofften, dass da nimmer nie ein Fisch an den Haken kommt.
Aber eben, nix da, plötzlich:
Die Rute zuckt!
Waaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhhhh!!!!!!!!!
Ein Fisch! Ein Fisch!
Schei***!
Wir kriege ich den raus!!!!!*eek*
Schei***!
Den muss ich nun irgendwie schlachten!*eek**eek**eek*
Schei***!
Der Stress war gross, die Panik beiderseits (Fisch wie Mensch), doch irgendwie schaffte ich es, den kleinen Köhler aus dem Wasser zu kriegen und den kleinen dann schnell und ohne unnötig zu quälen in den Fischhimmel zu befördern.
Dank Youtube und Nerven wie Drahtseile habe ich den Fisch mit dem Hammerstiel korrekt und sauber betäubt und ihn mit dem allerersten Kiemenschnitt meiner Kariere fachgerecht geschlachtet.
Puh! *stolzbin*
Nervlich am Ende aber zufrieden fuhren wir daraufhin umgehend zurück zum Hafen und Filetierplatz und wurden ob unserem einzigen kleinen Minifischlein schon wieder schräg angeschaut
*grummel*
Na ja, Ich war jedenfalls stolz auf unseren allerersten selbst gefangenen Fisch und den kleinen Happen haben wir umgehend dilettantisch aber sauber filetiert, gegrillt und mit einem leckeren Øl sehr zufrieden genossen.
Noch ein Tag später gelang mir dann der Fang eines "richtigen" Köhler von etwa 3 Kilo was uns dann auch etwas mehr Respekt von den anderen Angler einbrachte.
- Man sprach nun sogar mit uns
So weit so gut, es folgten weitere lange Gespräche mit dem Nachbar, der erfolgreiche Versuch gezielt einen Dorsch zu fangen (war leider auch nur ein ziemlich kleiner, aber immerhin) und, kaum waren wir wieder zu Hause, die euphorische Anmeldung zum Helvetischen Angelschein.
Den habe ich nun in der Tasche und jetzt geht's los mit Angeln zu Hause (ööhm, ha ke Ahnig ) und Norge mit dem neuem Schwerpunkt "Fischen" ist für's 2016 auch schon wieder geplant.
Sorry, wenn ich euch zugetextet habe, aber das wollte ich einfach mal erzählen, damit ihr etwa eine Ahnung habt wer euch da künftig seltsame Fragen stellt
Noch ein paar Koordinaten von mir zum Schluss:
Enozo ist eigentlich Peter
irgendwo Mitte 40
und in der Nähe von Luzern zu Hause