Schwieriges Thema aber hoch interessant und sehr lesenswürdig.
Deshalb noch einmal vielen Dank für die Aufklärungsarbeit.
Aber wenn sich einer den Namen Smolt gibt, sollte dies auch einen Hintergrund haben.
Gruß
Werner
Schwieriges Thema aber hoch interessant und sehr lesenswürdig.
Deshalb noch einmal vielen Dank für die Aufklärungsarbeit.
Aber wenn sich einer den Namen Smolt gibt, sollte dies auch einen Hintergrund haben.
Gruß
Werner
Danke
....ist aber, glaub ich, auch kein grosses Geheimnis, das ich einer der "bösen" Lachszüchter bin, die Satzfische ("Smolts") produzieren.
Deshalb liegen mir diese Themen natürlich besonders, sie prägen schliesslich meinen Alltag.
Du böser Bube,...
Hallo smolt, für Dein Posting (#20).....sehr interessant zu lesen und etwas über gewisse Zusammenhänge zu erfahren! So kannte ich das "Eingemachte" bisher auch noch nicht und es ist schön das Du etwas Licht ins Dunkel der Lachszucht bringst! So einfach wie es nach außen scheint, ist es dann doch nicht, oder?
Gruß hbt.
Kurz gesagt: Bei einem gesunden Wildlachsbestand wird sich trotz hoher Einwanderung von ausgebrochene Zuchtfischen spätestens nach ein paar Generationen wieder der Wildlachsstamm durchsetzen. Ist der Stamm bereits stark reduziert und nur auf wenige Individuen begrenzt erhöht sich das Risiko das früher oder später der ursprüngliche Wildlachsstamm genetisch stark verändert wird.https://www.imr.no/filarkiv/2015/…4_web.pdf/nb-no
....so das war`s erstmal. Schwieriges Thema.
Gruss
smolt
Wobei das "Durchsetzen des Wildlachs-Stammes" nach einigen Generationen natürlich nur dann funktionieren kann wenn der Zustrom von weiteren ausgebrochenen Zuchtlachsen unterbunden wird.
Ich weiss, dass da in Norge hart dran gearbeitet wird, die "Ausbrecherquote" zu minimieren und wenn ich richtig liege ( Frage an Dich, Smolt?) müssen Züchter für entflohene Fische auch recht saftige Strafen zahlen, richtig?
Man bekommt als Otto-Normal-Verbraucher höchstens mal mit wenn ein spektakulärer "Ausbruch" stattfindet, wie vor einigen Jahren vor Süd-Hitra als bei einem Sturm wohl über 100.000 "Halbwüchsige" (Gewicht 1-2 Kilo) freigesetzt wurden.
Gibt es eigentlich Unteruchungen darüber, wie stark zahlenmäßig der "normale Schwund" bei solchen Netzanlagen ist?
Danke
....ist aber, glaub ich, auch kein grosses Geheimnis, das ich einer der "bösen" Lachszüchter bin, die Satzfische ("Smolts") produzieren.
Deshalb liegen mir diese Themen natürlich besonders, sie prägen schliesslich meinen Alltag.
Hallo Smolt,
es lässt sich erahnen dass Du damit zu tun hast. Es ist aber deshalb oder gerade deswegen noch immer keine Selbstverständlichkeit, dass sich ein Insider zu diesen Themen bekennt und durchaus bereit ist, nicht alles durch die rosarote Brille zu sehen und zu kommentieren sondern auch ein wenig selbstkritisch bleibt. Ich habe es auf jeden Fall genoßen an dieser Diskussion und der Aufklärung teilgenommen zu haben.
Gruß unn schönes Wochenende.
Werner
Die Leute, die mit Lachsen arbeiten erlebe ich eigentlich in den meisten Fällen als sehr selbstkritisch. Die Rosa Rote Brille tragen da eher die anderen, nach dem Motto: "Lebensmittel kaufen gerne, wie sie produziert werden brauch ich nicht zu wissen, und das Auseinandersetzen mit den Auswirkungen auf die Umwelt überlasse ich mal meinen radikalen Umweltfreunden, die mir dann schon sagen was gut und böse ist."
Ich kann trotz meines Berufes jeden Tag ohne schlechtes Gewissen in den Spiegel schauen. Wir wissen schon ziemlich genau was wir machen und warum, mit allen Vor- und Nachteilen. Die Leute an den Netzkäfigen und an den Fischbecken machen meiner Meinung nach jeden Tag einen ziemlich guten Job.
Wenn es so vorkommt, als wenn es keine Selbstverständlichkeit ist, dass sich "Insider" zu vielen kritischen Themen in Bezug auf Lachszucht "bekennen", liegt es leider schlicht und ergreifend daran, dass heute die Diskussion in der Öffentlichkeit (Internet, Zeitung, Fernsehen) weitestgehend nicht von Fachleuten (Veterinären, Wissenschaftlern, Fischfarmern) geführt wird, sondern von Umweltaktivisten, Politikern, Hüttenbesitzern und Fliegenfischern, die ihre Behauptungen und Mutmassungen mantraartig immer und immer wiederholen um ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Dies macht es für den Aussenstehenden nicht gerade leicht die Lachszucht aus einer objektiven Sichtweise zu betrachten.
Viele Grüsse
smolt
War heute wieder im Großmarkt und wollte Wildlachs als ganzen Fisch kaufen.
War wie immer vorhanden, aber die Deklaration mit seinen lateinischen Namen: Oncorhynchus kisutch.
War mir fast sicher das es ein Silberlachs ist, aber schaute trotzdem zu Hause noch einmal nach.
Überrascht war ich nicht das wiki von Überfischung in Alaska schreibt.
War nur überrascht, auch dieser Fisch wird in Aquakulturen gezüchtet.
Wobei das "Durchsetzen des Wildlachs-Stammes" nach einigen Generationen natürlich nur dann funktionieren kann wenn der Zustrom von weiteren ausgebrochenen Zuchtlachsen unterbunden wird.
Ich weiss, dass da in Norge hart dran gearbeitet wird, die "Ausbrecherquote" zu minimieren und wenn ich richtig liege ( Frage an Dich, Smolt?) müssen Züchter für entflohene Fische auch recht saftige Strafen zahlen, richtig?
Man bekommt als Otto-Normal-Verbraucher höchstens mal mit wenn ein spektakulärer "Ausbruch" stattfindet, wie vor einigen Jahren vor Süd-Hitra als bei einem Sturm wohl über 100.000 "Halbwüchsige" (Gewicht 1-2 Kilo) freigesetzt wurden.
Gibt es eigentlich Unteruchungen darüber, wie stark zahlenmäßig der "normale Schwund" bei solchen Netzanlagen ist?
Das Schlimmste was heute einem Lachsfarmer passieren kann ist, neben gravierenden Krankheitsausbrüchen, der Ausbruch von Fischen.
Neben dem finanziellen Verlust, erwartet einen eine "kriminellenartige"-Behandlung durch die staatlichen Organe (Verhöre der Angestellten, Ursachenforschung, polizeilische Anzeigen) und letzendlich wird man medial noch in der Öffentlichkeit "an den Pranger" gestellt.
Sobald ein Ausbruch vermutet wird hat, man dies unverzüglich beim Fiskeridirektorat anzuzeigen und unmittelbar Wiederfangmassnahmen einzuleiten.
Zudem, muss man wenn ein Verstoss gegen die Richtlinien des Aquakulturgesetzes nachweisbar ist, mit erheblichen Strafen rechnen.
Die grossen Ausbrüche kommen hauptsächlich durch Materialfehler in den und Gerätschaften (Netze, Anlagenkonstruktionen Todfischsysteme usw.) zustande.
Menschliches Versagen kommt natürlich dazu.
Im Januar als Sturm "Nina" über die Westküste fegte, hat einer unserer Nachbarn eine ganze Anlage verloren die sich aus der Verankerung riss und danach frei im Fjord trieb. Dabei kamen 60 000 Lachse abhanden. Die Anlage war nach allen technischen Standards zertifiziert. Als Ursache wurde bei späteren Untersuchungen letztendlich ein Kettenglied, welches nur ein Fünftel der Belastungen aushielt wie vom Herstellen angegeben, ausgemacht.
Was will man da als Farmer machen?
Damals war ich mehr als froh das ich nicht in der Haut meines Kollegen steckte.
Eine aktuelle Statistik über entflohene Zuchtlachse kann man sich hier anschauen: http://www.fiskeridir.no/Akvakultur/Sta…mingsstatistikk
...die tatsächliche Zahl der entkommenen Zuchtlachse, liegt meiner Meinung nach aber stark über dem was man registriert.
Zudem bedeuten diese Zahlen allerdings auch nicht, dass alle diese Fische irgendwann in den Lachsflüssen auftauchen und versuchen zu laichen.
(.....kann ich später nochmal erläutern :))
Gruss
smolt
@smolt
Mich würde mal interessieren, welche Methoden zum Wiedereinfang angewendet werden.
Möchte mich auch für Deine sachlichen und fundierten Beiträge in diesem Thama bedanken.
Petri
Hans
Jede Firma ist dazu verpflichtet einen Bereitschaftsplan für den Fall eines Ausbruchs in ihrem Internkontroll-system zu haben. Dieser muss bei jedere Revision durch das Fiskeridirektorat vorgelegt werden.
In dem Bereitschaftsplan wird klar beschrieben was im Falle eines Ausbruchs von Fischen zu tun ist, also:
Wer benachrichtigt wen in welcher Reihenfolge?
Wer koordiniert den Wiederfang?
....
Welche Massnahmen zum Wiederfang eingesetzt werden, variiert dann mit der Fischgrösse, der Lage der Lokalität usw.
Wir z.B. produzieren Smolts, also Satzfische bis ca. 200g. Für den Ernstfall haben wir 20 Stellnetze, mit verschiedenen Maschenweiten für die unterschiedlichen Fischgrössen, die wir auf der Anlage haben, bereit. Zudem ein 300 m langes Netz (ähnlich einer Ringwade) mit dem wir, falls es zu einem Massenausbruch kommen sollte, die Bucht in der unsere Anlage liegt einigermassen absperren könnten, mit dem Ziel dass die Fische nicht weiter in den offenen Fjord schwimmen.
Jede Anlage hat in der Regel Abkommen mit Lokalen Fischern, die im Ernstfall hauptsächlich mit Stellnetzen den Wiederfang übernehmen. Zudem geht bei grösseren Fischen auch eine Meldung an die ôffentlichkeit, die die Bevölkerung darüber informiert dass Lachse abgehauen sind, und man um Mithilfe beim Wiederfang (...mit der Angel) bittet.
In den Letzten Jahren ist es immer mehr üblich geworden, dass die Firmen für jeden wiedergefangen Lachs ein Kopfgeld von 50-200 NOK ausgezahlt haben.
Sind ausgebrochene Fische in grosser Zahl in die Flüsse aufgestiegen, wie dieses Jahr im Hardangerfjordsystem geschehen, setzt man Taucher ein, die sich flussabwerts treiben lassen und die Lachse mit Harpunen abschiessen oder in bereitgestellte Netze treiben.
Es gibt also eine ganze Reihe verschiedener Methoden.
.....Bezahlen muss die ganze Geschichte, im Allgemeinen der Verursacher. Und da kommt der nächste Knackpunkt: Bei grossen Ausbrüchen kann normalerweise klar festgestellt werden von wem die Fische kommen. Tauchen aber plötzlich irgendwo vermehrt abgehauene Zuchtfische auf, und keiner hat einen Ausbruch registriert und gemeldet, wirds schwierig festzustellen von wem die Fische kommen und wer letztendlich die Kosten des Wiederfangs übernehmen soll.
.....deshalb haben wir hier momentan eine Debatte um mögliche Markierungsmethoden der einzelnen Fische, so dass ein Zurückverfolgen zu jeder Anlage möglich ist.
Viele Grüsse
smolt
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