Hallo Leute,
da wir erst 2011 wieder nach Norge fahren, haben wir letzte Woche zu dritt (der "Dorschflüsterer", unser Kumpel Jens und ich) mal wieder eine 3-Tages-Tour an die Ostsee gemacht um wenigstens etwas die Sucht zu bekämpfen.
Los ging es am Mittwoch um 3,30 Uhr. Leider bestätigten sich die Befürchtungen mit dem Wetter. Bereits auf der A7 setzte heftiger Regen ein, der uns bis Fehmarn begleiten sollte. Dazu gesellte sich noch Wind in der Stärke 7 mit Sturmböhen. Einige Strände abgeklappert, Fischen aber unmöglich. Frustiert sind wir erstmal Frühstücken gegangen.
Gegen 11,00 Uhr sind wir dann doch aufgebrochen, wenigstens ein paar Würfe machen. Der Wind sollte auch langsam nachlassen. In Bojendorf ging es dann auch einigermaßen, Wasser war zwar aufgewühlt aber die Wellen nicht zu hoch. Also rein in die Wathose und ein paar Würfe gemacht. Nach 2 Min. hing auch schon der erste Hornhecht, dem in den nächsten 2 Std. noch 15 weitere folgen sollten. Fast jeder Wurf war von Anfassern begleitet. Dann brachen wir ab, da wir doch schon recht durchnässt waren und unsere Wohnung beziehen konnten. Abends sind wir dann noch an die Steilküste von Katharienhof, evt. beisst ja doch noch eine Mefo, aber hier ging nichts, weil den ganzen Tag die Brandung auf der Küste gestanden hatte und das Wasser noch viel zu trübe war.
Zwei nicht so schöne Erlebnisse hatten wir den Abend noch: zum einen krachte keine 10 m neben uns ein ordentlicher Baum von der Steilküste auf den Strand :eek: und dann war da noch ein ca. 13 jähriger Junge, der alleine unterwegs war. Beim Versuch, die Steilküste zu erklimmen suchte er sich eine lehmige Stelle aus, die vom Regen total aufgeweicht war. Er steckte bis zu den Knien im Lehm fest und kam nicht mehr raus. Wir waren die letzten am Strand und was wäre gewesen, wenn wir seine Rufe nicht gehört hätten? Es dämmerte bereits...:o
Am Donnerstag, Vatertag, haben wir uns dann ein Kleinboot geliehen und sind von Burgtiefe ausgelaufen. Da wir immer noch nicht () den Führerschein haben, musste ein Boot mit 5 PS her halten. Da wir aber eh viel schleppen wollten, war es nicht ganz so schlimm. Zuerst ein bisschen mit leichtem Gerät und Gummifisch auf 8-10m versucht und die ersten Dorsche ließen dann auch nicht lange auf sich warten. Dann haben wir mit 5m tief laufenden Wobblern geschleppt. Das war die richtige Entscheidung, denn die Dorsche stiegen regelmäßig ein. Teilweise kamen wir keine 20 m weit. Insgesamt haben wir diesen Tag bestimmt 50 Dorsche gefangen, wovon wir aber nur 5 Stück entnommen haben. Der Rest wanderte zurück. Durchschnittsgröße war so um die 40-50 cm. Es waren einige Boote und Kutter auf dem Wasser. Ich möchte aber nicht wissen, wie viele Dorsche da entnommen worden sind. Unser festgelegtes Mindestmaß von 50 cm konnten wir eben nur mit diesen 5 Fischen knacken.
2 maßige Meerforellen, eine auf Wobbler und eine auf Blinker verabschiedeten sich leider kurz vor dem Kescher. Zudem kamen noch eine kleine Scholle und eine Flunder auf Wattwurm gefangen ins Boot.
Freitag: Wir hatten uns entschieden, nochmal das Boot zu mieten. Mit der Wathose an die Küste war dann doch nicht unser Geschmack - zu viele Angler, Spaziergänger und Hornhechte . Außerdem wollten wir nochmal verstärkt auf Plattfisch angeln und versuchen, mit (aus der Hand) geschleppten Blinkern doch noch eine Meerforelle zu erwischen. Die erste Sandbank in 4 m Tiefe brachte außer den mittlerweile lästigen kleinen Dorschen keine Plattfische ins Boot. Stellenwechsel auf 7 m, nahe der Fahrrinne. Und jetzt ging es Schlag auf Schlag. jede Drift brachte schöne Flundern, Schollen und Klieschen in Größen zwischen 30 und 40 cm. Jens unser Neuling, wurde dabei zum Plattfisch-König. Nicht nur, dass er die meisten fing, auch schoss er den Vogel mit einer Flunder von 49 cm und geschätzen ca. 1,5kg ab. Schönes Tier (siehe unten) . Gegen 11 Uhr war dann allerdings der Spuk vorbei, es biss nichts mehr. Also war wieder schleppen angesagt, diesmal mit Blinkern, da die Wobbler hauptsächlich Dorsche fingen. Tja, der (un)angenehme Nebeneffekt waren dann die vielen Hornhechte. Leider gelang es uns nicht mehr, eine Meerforelle zu bekommen. Dafür konnten wir aber ein anderes Kleinboot in den Drill nehmen. So ein Knaller...sieht genau das wir schleppen und bügelt mit seinen 50 PS keine 15 m hinter uns über das Wasser. Da half nur die Schnur kappen. Ob er noch was mit den 150 m Whiplash crystal und dem Blinker anfangen konnte, weiß ich nicht. Auf jeden Fall dürfte er seinen Spaß beim Enttüddeln der Schraube gehabt haben.
Samstag: Wir wollten eigentlich nochmal an Wasser aber der Wind hatte wieder aufgefrischt und es war eine lockere 7 vorausgesagt. Also entschieden wir uns für die Heimfahrt.
Fazit: Es war eine schöne Alternative. Jens kann jetzt auch Boot fahren und einparken. Zudem ist er seetauglich, er hat nicht über Übelkeit geklagt.
Positiv: es gibt noch genug Dorsche in der westlichen Ostsee, allerdings alle in der recht kleinen Durchschnittsgröße zwischen 40-50 cm. Aber es macht Hoffnung, dass sich die Bestände wieder erholen.
Wenn die Hornhechte da sind, kann man kaum dran vorbei angeln. Für Meerforelle taugt der April mehr, wie wir letztes Jahr bereits feststellen konnten. Erfreulich waren für uns die Plattfische in Pfannengröße. Alles in allem war es ein toller Tripp, aber jetzt freuen wir uns auf Norwegen 2011.
Gruß
Björn