Folge 5/2008
Heute geht es ins Reich der Visionen:
„Man verspottet Visionen und übernatürliche Erscheinungen; einige indessen sind so gut bezeugt, dass man, wollte man sich weigern, daran zu glauben, folgerichtig alle historischen Beweise rundweg ablehnen müsste“.
Das Schicksal wollte es so, er war gerade mal 5 Jahre alt und wurde schon König.
Herangewachsen entwickelte er sich zu einem herrschsüchtigen, aber auch weisen Monarchen.
……. Eine von seinen vielen Abendsitzungen mit seinem Kammerherrn und diesmal auch mit seinem Arzt, zog sich wieder in die Länge. Man fand allerdings keinen richtigen Gesprächstoff. Belastet war das Ganze vom Tod seiner geliebten Gattin, die gerade mal 37 Jahre alt geworden war.
Nervös ging der König auf und ab, plötzlich, vor dem Fenster, das zum Hofe gewandt war, blieb er stehen.
Von diesem Fenster aus konnte er, durch die Hufeisenform seines Schlosses, die gegenüberliegenden Fenster des großen Saales sehen, in dem sich die Stände versammeln.
Die Fenster dieses Saales schienen in jenen Augenblick von lebhaftem Licht erhellt.
Neugierig geworden machte man sich auf, um zu ergründen was da wohl los sei.
Als die Tür geöffnet wurde, erschauderten er und auch seine Begleiter:
Eine unermessliche Versammlung füllte die Bänke. Alle waren in Schwarz gekleidet. Auf dem erhöhten Throne, von dem der König zur Versammlung zu sprechen pflegte, gewahren sie einen blutigen Leichnam. Zu seiner Rechten stand ein Kind, auf dem Kopf die Krone, in der Hand das Zepter.
Niemand von dieser Geisterhaftenversammlung schien die Anwesendheit des Königs mit seinen Begleitern zu bemerken.
Durch die Tür die er eben gekommen war, führte man so bald jemand herein. Dieser blieb bei dem in der Mitte befindlichen Richtblock stehen. Er kniete von selbst nieder, so als sei ihm sein Urteil klar, legte sein Haupt auf den Richtblock und das Beil des Henkers fiel sogleich laut herab.
Nach diesem schrecklichen Schauspiel löste sich die Erstarrung des Königs und er schritt auf die Gestalt, die er als den Reichsverweser zu erkennen glaubte, zu:
„Bist Du Gottes, so rede; bist Du des Anderen, lass uns in Frieden!“.
Die Spukgestalt erwiderte:
„König ………!
Dieses Blut wird unter Deiner Herrschaft nicht fließen.
Wehe, wehe, wehe …… Blut!“.
Fast 100 Jahre später fand dieses Ereignis wirklich statt.
Und weitere 67 Jahre später greift ein Komponist dieses Thema auf. Er war sich der Problematik schon bewusst, dass es in seiner Zeit Zündstoff sein könnte.
Dort, wo er seine Oper uraufführen wollte, verweigerte man ihn dies deshalb.
Eine andere Stadt bot ihm diese Uraufführung an. Es kam wie vermutet. Man verstand sie als Unterstützung für den Freiheitskampf. Der Jubel, der Triumph nahm deshalb kein Ende.
Heute ist diese Oper ein fester Bestandteil aller namhaften großen Opernhäuser dieser Welt.
Und nun die Frage:
1. Welcher König, welchen Landes hatte die beschriebene Vision?
2. Welcher König wurde ermordet?
3. Um welche Oper handelt es sich?
Und eine Zusatzfrage:
Welches Wort/Begriff fehlt in diesem Satz:
Wehe, wehe, wehe …… Blut!“?