Im August/September 2007 war ich mit holder Gattin im Süden...
War in Ütoolien, Livorno/San Vincenzo, sozusagen direkt
im Mutterland (wohne ich doch sowieso schon
- für Hamburger jedenfalls - in Norditalien)
Da es kein Angelurlaub sein sollte, hatte ich auch
keine Angelruten mit - glaubte meine Holde...
Die Anreise erfolgte mittels Autoreisezug/Liegewagen.
Die Verladung war schon mal ein tolles Erlebnis,
allerdings auch ein teures: Hildesheim - Livorno 468 EU,
dafür aber eine sehr entspannte Anreise.
Die 14 Stunden "rauchfrei" ergaben sich gar nicht erst,
weil die gesamte DB-Crew qualmte und ich mich
da einklinken konnte.
Gott sei Dank hatten wir ab Neu Isenburg ein nettes
Päärchen als Mitreisende.
Unser Apto. lag direkt am Meer, allerdings hatten wir
eine Baustelle vor uns (der Hafen wird derbe erweitert...)
Negativ: Büschen Lärm, kein Strand mehr direkt vor der Tür
Positiv: Preisnachlaß, neue Steinmole, gute Unterhaltung
durch das Treiben auf der Baustelle.
Von hier der Steinmole aus versuchte ich es mit "Meerforellengeschirr"
- leider erfolglos.
Ein professionell aussehnder Brandungsangler,
mit dem ich sprach, bestätigte zwar
meine Ausrüstung,
meinte jedoch, abends/nachts würde dies nichts bringen,
allerdings sei tagsüber mit "Palitos", eine kleine Thunfischart, zu rechnen.
Auch parallel zur Steinschüttung war nichts zu holen (Wolfsbarsch).
Brandungstechnisch sah ich einmal eine Gruppe von
ca. 6 Anglern und zwei "Ausbildern". Offensichtlich ein
"Brandungsseminar". Nach längerem Palaver wurde
die Wurftechnik praktisch erlernt.
Allerdings bekam ich das Gefühl, die Ausbilder hatten
den Jungs erklärt, wie man diese mächtigen "Pängs"
mit gleichzeitigem Verlust der Montage hinzaubert...
(War wie auf einer Schiessanlage)
Dank Fernglas hatte ich übrigens sehr gute Sicht auf die Gruppe.
An dieser Stelle am Strand, und eigentlich nur da,
standen häufig Brandungsruten im warmen Sommerwind.
Tw. mit Dreibein, tw. mit Einzelhalter im Sand.
Die Ruten sind feiner als die hier hauptsächlich verwendeten.
Meine Soft-Spitze der Shimano Aero Twin war jedenfalls
doppelt so stark wie die meiner Nebenangler.
Bei der Größe (ähhhh, schrieb ich Größe ???) der
Fische, die MEISTENS so gefangen werden,
ist diese Feinheit aber auch nötig.
Vorfachmontage ist eine einfache Durchläufermontage,
Einzelhaken um die Gr. 10 ohne weiteren Schnickschnack,
beködert mit Seeringelwurmstückchen
(italienisch
BIBI oder bibione, einmal kleine Art -korean- oder
größere Art -americano-)
Wurfgewichte so um die 100 gr.
Erreichbare Wassertiefe bei 100 m: ca 2 - 3 m
Eines morgens wanderte ich auf die Mole. Dort habe ich ebenfalls mit einem Angler
geprochen, der dort mit ganzen Sardellen geangelt hat.
Er berichtete von Barrakuda, "Sägefisch" und ähnlich interessanten Fischen,
die es von dort zu fangen gäbe.
Er fing in meinem Beisein auch etwas:
Eine Mischung aus Aal, Conger und Leng,
grau,
Linie mit kleinen hellen Punkten an den Seiten,
Kopf sehr "dreieckig", ca. 40 cm lang.
Eigentlich wohl 50 cm, aber die Schwanzspitze war offensichtlich abgebissen worden.
Kommentar von ihm: ware woll Sagefische...
Dies probierte ich eines morgens aus:
4 Uhr los auf die Steinmole, die dicken Ostseevorfächer
raus, die Bibi's ganz mit Ködernadel aufgezogen
und ab die Post.
Um es kurz zu machen: die Barracudas schwimmen noch !
Es zog nämlich der einzige Regenschauer mit Gewitter auf, den wir in
14 Tagen dort hatten.
Ich also unverrichteter Dinge eingepackt und schnell zurück zum Haus.
Dort angekommen, brachen die Wolkendämme...
Watten Glück...
So viel zum Thema "Angeln im italienischen Mittelmeer"
Ein Tip noch für eventuelle Nachfolger:
ESCHE VIVE > lebende Köder
Läden, die diesen Aushang haben, sind erster
Anlaufpunkt für Brandungsangler !
Chiao
Heiko