So, jetzt wird es Zeit, die Vorkommnisse von 1997 reinzustellen.
Wie ich nach Norwegen kam...
Geangelt habe ich ja schon seit meinem 9. Lebensjahr, angefangen: Elbe bei Vietze.
Später auch mal auf der Ostsee, Kappeln.
Aber sonst immer nur MiLaKa oder Seen um Hannover.
Im Winter 1996 kam es zu einem denkwürdigen Gespräch mit meinem Verkaufsdirektor.
(Ich machte damals nebenbei -nebenbei????- den Vertrauensmann fürs BHW)
Der fragte: Ach, Sie gehen angeln - wolln'se nicht mal mit nach Norwegen ?
Ich erbat mir Bedenkzeit und überlegte ernsthaft.
NORWEGEN war für mich bis dahin = Regen - Kälte - Mücken - Unbekannt
Aber die Aussicht war so verlockend, dass ich zusagte. 8 Tage für 400 DM, AI, das fand ich erschwinglich.
Bin dann zu meinem Lieblingsgerätehändler und habe ihm die Situation dargelegt.
Bin noch heute sehr dankbar, dass er die Situation nicht ausgenutzt hat. Nach guter Beratung erstand
ich meine Sportex, 30 lbs, und dazu die Penn 345. Allerdings war meine persönlich unbedingt gewollte
Schnur (.45 geflochtene *eek*) vielleicht denn doch etwas übertrieben, habe aber erst 3 Jahre später eine dünnere aufgespult.
Zum ersten Treffen und Beschnuppern nach Ost-Peine gefahren, dort bei Kaffee, Kuchen war "beschnuppern bei Thorsten".
(Anmerkung: Leider hat Thorsten uns 2003 nach einer Lungenembolie im Alter von 35 Jahren für immer verlassen !).
Es war, wie es eigentlich nur unter Männern passieren kann: Liebe auf den ersten Blick.
Die Chemie stimmte. Nachdenklich machte mich nur einer, aber das habe ich verdrängt.
Ich bekam sooo viel Infos, dass der Kopf schwirrte. Daraufhin wurde der besagte Gerätehändler noch
mal überfallen und mit reicher Beute verließ ich den Laden.
Der Tag der Abfahrt.
Abholung vom Direktor, zunächst andere Richtung: Ost-Peine , OT Watenbüttel, da war Sammeln und Abfahrt.
Unterwegs:
Herr Holzapfel, wenn wir da auf dem Boot sitzen geht das mit dem SIE ja nun gar nicht.
Ich bin der Wilfried...
Ich bin da schon ein wenig prüde, was das Duzen von Vorgesetzten betrifft, aber ich habe mich
mittlerweile dran gewöhnt. Soweit OK.
Nächste Frage: haste denn Deinen Ausweis mit ?? ÄÄÄÄh, Ausweis ? Ist Norwegen denn Ausland, nicht EU ?
Brauche ich nen Ausweis ???
Folge:
Hämelerwald runter und zurück nach Hannover.
Da wir jetzt zu spät kamen, war klar, dass mein Einstand etwas großzügiger ausfallen muss.
Aussteigen, mit Hallo begrüßt werden ("kluge" Sprüche wegen des Ausweises haufenweise).
Einweisung:
Dein Koffer in das Auto rein, Deine Angeln schiebste bei Lennart rein und DU kommst zu mir ins Auto.
So lernte ich Ralf kennen !
Während der Fahrt wurde erst mal die Bekanntschaft vertieft und am ersten Pausenpunkt wieder
ne Ansage:
Willste Bier und Buletten > in dem Auto;
willste Kuchen und Kaffee > in dem Auto !
War echt "behütetes Reisen". Danke noch mal an Alle.
Direx Wilfried berichtete, er habe einen Notsignalgeber am Strand gefunden. Den wolle er benutzen,
wenn sein Boot über Fisch steht, um uns herbeizurufen. Doch dazu später noch mehr.
Kurz hinter HH beginnt der Bulli von L. an zu schlenkern, wird rumgerissen auf einen Parkplatz, hält an.
Lennart fällt aus dem Bulli. Großer Schreck - aber Entwarnung: seine Mitfahrer erzählten
sich Witze und einer hat bei Lennart fürchterlich eingeschlagen.
Es ging weiter.
Durch Dänemark - uh Gott ! Alles flach, nur Grünes - neee, nicht so meine Welt.
Hirtshals empfing uns mit dem ihr so eigentümlichen Fischgestank.
Endlich auf die Fähre.
Auf der Hinfahrt gab es Kojen für alle, auf der Rückfahrt später nur für die Fahrer.
Morgens dann aufstehen, frisch machen und auf Deck. Ach, was war das Balsam für meine Augen:
die Schären vor Kristiansand.
So liebe ich die Welt, besonders nach der Eintönigkeit des gestrigen Nachmittags in DK.
Es war der 17. Mai, Nationalfeiertag in Norwegen - und wat waren se alle breit !!!
Der Zoll ließ uns, wie bislang immer, passieren und dann ging es Rtg. Karmoy.
Nach jeder Kurve wurde das Land Norwegen schöner und ich sage euch nichts neues:
Norwegen hat viele Kurven !
Ich weiß seit dem auch, wo ich mal beigerodet werden möchte: auf einer Insel in einem See mit
Forellenfluß, Birken und Rastplatz. (Kennt ihr bestimmt - gegenüber ist eine steile Felswand,
an der immer Wasser runterperlt).
Nach den Tunneln (mittlerweile mautlos) und der Fähre näherten wir und Haugesund und Tittelsnes.
Ich Neuling wunderte mich sehr über die immer noch lange Strecke. Sah aufm Atlas nicht so weit aus.
Nach Tittelsnes kommt man über einen Berg rein. Von oben ein wahnsinniger Ausblick auf die
Bucht/Naturhafen.
Sofort bemerkten wir die vielen Ringe auf dem Wasser. Wie Olga später erklärte, waren es
haufenweise Heringe, die erstmals seit vielen Jahren mal wieder den Hafen von Tittelsnes aufsuchten.
Am Haus auspacken und Angeln fertig machen.
Im Rückblick: Mann, was hatte ich da Zeit, heute gehts gar nicht schnell genug ins Boot.
Sonnenschein, kleine Veranda vor der Haustür: Teambesprechung.
Wilfried führte Signalgeber vor
("Ist schon älter, funktionierte zu Hause nicht richtig, aber ich versuchs mal")
Es knallte mächtig, (man möge uns verzeihen!!!)>> "drei Serne rot" fauchten in den blauen Himmel,
flogen über einen Schuppen und verschwanden.
Etwas bleich redeten wir über die folgenden Tage.
Plötzlich ein Schrei: HEY, hinter der Hütte rauchts !
Mit Eimern und Schalen bewaffnet über Stock und Stein (eben ist es da ja fast nirgends) hinter den
Schuppen und siehe da: "drei-Sterne-Rot" waren 50 cm vor dem Wasser auf einer Wiese gelandet
und nun war löschen angesagt. Nichts weiter passiert, aber war schon ein toller Einstand.
O-Ton Wilfried:
"Na ja, manchmal funktionierts ja. Vor der Abfahrt in meiner Garage klappte es auch schon einmal
- muß jetzt wohl neu streichen !"
Humor hat der !?!
Dann an die Boote. Ich sage, ihr habt mich Nullahnenden hier her gebracht, nun bringts mir auch bei.
Ralf spontan: Du fährst mit Hardy und mir -
damit fing ein langer Leidenweg an.
Unser Boot kein normales "Ruderboot" mit Außenborder sondern eine Plastikschale (Gleiter) mit 40 PS am Hintern.
Man war ja schnell am Ziel, aber die Bandscheiben wurden arg strapaziert, zumal unser Käptn Ralf
nur zwei Hebelstellungen kannte.
Nun mein rster Schreck: die Rolle war verkehrt herum an der Rute !
Nee, keine Panik, hier gehören die Ringe nach oben. -ACH SOOOO.
Dann Pilken, kannte ich ja vonne Ostsee, allerdings 10 Mal tiefer und ich mit der dicken Schnur.
Wenn andere schon unten waren, hatte ich nen Schnurbauch wie der Hustinettenbär und war
noch lange nicht unten.
2. Teil folgt - endlich wird auch von Fischen die Rede sein!