Apalvik 08.05. – 25.05.2008
Schöner Urlaub- auch mit wenig Fisch
Wenn auch ein wenig verspätet, so möchte ich doch nun endlich einen kurzen Reisebericht hier abliefern.
Nachdem meine Frau und ich bereits 2006 mit ein paar Freunden in Norwegen ( Gronvik in der Nähe von Hjelmeland ) gewesen sind und schwer begeistert waren, stand schnell fest, dass es in diesem Jahr wieder in Richtung Norden gehen sollte.
Unsere Reisegruppe war inzwischen auch gewachsen, da sich im Juni 2007 mein kleiner Sohn zu uns gesellt hatte. Nun sollte er, gerade mal 11 Monate alt, zu seiner ersten großen Fahrt aufbrechen. Man kann schließlich die zukünftigen Angler nicht früh genug für Norwegen begeistern.
Im Dancenter Katalog hatten wir uns für ein Haus mit Pool in Apalvik entschieden. Das liegt in der Gegend um Olen und Haugesund.
Da wir noch stressige Erinerungen an den Mörderitt von 2006 hatten:eek:, wo wir über Rostock -> Trelleborg -> Oslo -> Hjelmeland fast nonstop gefahren sind, wollten wir es diesmal etwas ruhiger angehen lassen. Man wird ja schließlich auch älter. Der Plan war nun mit der Fähre von Dänemark nach Norwegen zu fahren, dort eine Übernachtung einzulegen und am nächsten Tag die Reststrecke nach Apalvik zu fahren. Die Variante mit der Fjordline zu fahren, hatte sich schnell erledigt,:mad: da wir alle nicht bereit waren gleich das ganze Schiff zu „kaufen“. (Passt auch schlecht in die Garage) So ging es dann um einiges preiswerter mit der Stena Saga von Frederikshavn nach Oslo. In Oslo hatten wir uns für die Übernachtung über das Internet ein Hotel in unmittelbarer Nähe zum Holmenkollen reserviert.
Wie vor jedem Urlaub ist gründliche Planung und Vorbereitung alles. So stöberte ich auf der Suche nach Infos durch das Internet und landete irgendwann auf der Seite des NAF. Über die Suchfunktion hatte ich auch bald ein paar nützliche Dinge über Apalvik und Umgebung gefunden. Unter anderem gab es auch einen Naffen, Skandifreak, der genau dasselbe Haus schon einmal gemietet hatte. Jackpot!!! Infos aus erster Hand, was will man mehr. Also schnell noch registriert und dem armen Mann mit Fragen gelöchert. Er hat mir daraufhin viele nützliche Tipps gegeben und mir obendrein sogar noch Seekarten per Post zugeschickt. Saustark !!! Vielen Dank nochmal!
Als nächstes ging es dann an die Ausrüstung. Eine Bootsrute mit Multi und eine Spinnangel hatte ich noch vom letzten Urlaub. Was ich noch brauchte waren nur ein paar Makks und neue Pilker. Die letzten Pilker hatte ich leider größtenteils 2006 in Gronvik auf dem Meeresgrund „vergessen“.
Durch das Ereignis von Bessaker gewarnt, sollte diesmal etwas mehr Wert auf geeignete Sicherheitsausrüstung gelegt werden. Die Schwimmwesten, die es zu den Mietbooten dazu gibt, hatte ich nur als bessere Sitzkissen in Erinnerung. Ich kaufte mir also noch einen Floater und eine 275 N Automatikweste. War zwar etwas teuer, aber als fast noch frischgebackener Familienvater waren mir die Kosten dafür sch…….egal. Beim Floater hätte ich mich allerdings vorher etwas besser informieren sollen. Ein Zweiteiler von ABU war nicht die beste Wahl. Der Nächste wird auf jeden Fall ein Einteiler und sicher nicht von ABU sein.
Die Ausrüstung war komplett und die Reise rückte näher. Der Puls stieg………………ihr kennt das ja. Am 08.05. ging es endlich los. Rein ins Auto und ab auf die A9. Bei Berlin haben wir dann noch unsere Freunde aufgelesen und es ging in Kolonne weiter nach Frederikshavn. Die Fahrt durch Dänemark war ziemlich langweilig. Ich glaube mit Ausnahme von Holland habe ich noch nie ein so flaches Land gesehen. Wäre die Erdkrümmung nicht gewesen, hätte ich bestimmt schon von Flensburg aus Frederikshavn erkennen können. :Ablach:Am Fährhafen angekommen hatten wir noch einige Stunden Aufenthalt bis die Fähre kam. Nach dem Check- in und einer weiteren Wartezeit haben wir uns eingeschifft.
Die Überfahrt verlief, zum Glück für meinen Magen, ruhig und ohne Zwischenfälle. Rechtzeitig zur Einfahrt in den Oslofjord gingen wir aufs Oberdeck und genossen die Wahnsinnsaussicht und freuten uns nach zwei Jahren wieder in Norwegen zu sein. :hurra:
In Oslo ging es dann zügig runter vom Schiff. Der norwegische Zoll ließ uns ohne weiteres passieren und wir konnten unsere Fahrt Richtung Hotel beginnen. Auf dem Weg dahin wollten wir uns noch etwas die einheimische Küche schmecken lassen. Blinker rechts und rein zu……………………Mc Donalds. Vollgefuttert ging es immer bergauf zum Holmenkollen. An der berühmten Schanze vorbei, waren wir bald am Hotel. Das Hotel war Spitze und man hatte eine Super-Aussicht auf Oslo und den Fjord.
Am nächsten Morgen ging es nach einem reichhaltigen Frühstück weiter. Noch ein kurzer Stopp an der Skisprungschanze und ab auf die E 134 Richtung Haugesund. Die Strecke kannten wir zwar schon von unserem letzten Urlaub doch die Landschaft faszinierte uns wieder aufs Neue.
Ein paar Stunden und Pinkelpausen später erreichten wir Olen, Olensvag und schliesslich Apalvik.
Der Schlüssel lag „ gut versteckt“ unter der Fussmatte, so das wir gleich ins Haus konnten. Zum Haus steht alles in der Hyttendatenbank. (Hat Skandifreak schon erledigt.) Das Haus war super. Das einzig Störende war die Pumpe des Entfeuchters im Poolraum, welche fast 24 Stunden lief und brummte:mad:. So muss sich jemand mit Tinnitus fühlen. Aber man gewöhnt sich an alles.
Unser Mietboot war mit einem 15 PS Außenquirl versehen und lag schon für uns bereit. Da wir von der Fahrerei ziemlich fertig waren, musste der erste Angelausflug bis zum nächsten Tag warten. Wir hatten das Boot auch nur für eine Woche gemietet, weil die zweite Woche für Ausflüge mit der Familie verplant war.
Am nächsten Morgen fuhren wir das erste Mal zum Angeln raus. Das Wetter war, wie die restliche Angelwoche auch, super. Viel Sonne und erträglicher Wind. Vor der Fahrt musste ich aber zuerst einmal mein neu erworbenes Gerödel anlegen. Das hieß Latzhose an, Jacke an, die Bänder zwischen den Beinen durchziehen und straff ziehen (autsch:eek:) . Zum Schluss kam noch die Weste drüber und ich fühlte mich wie das Michelin- Männchen. (An manchen Tagen geht mir das aber auch ohne Floater so )
Zum Angeln gibt es leider nicht viel zu schreiben. Wir haben bewusst auf Echolot und Co. verzichtet in der festen Überzeugung das wir das auch so hinbekommen. Wir haben uns geirrt. Zwei Mann, eine Woche Angeln, vier Fische sagt wohl alles. Das ganze glich eher der Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen. Geangelt haben wir größtenteils mit Pilkern um die 125g mit zwei Makks als Beifänger. Weiterhin versuchten wir es mit Dorschbomben und Gummifisch. Unsere gesamte Beute waren ein Köhler von 69 cm auf Pilker, 2 Dorsche von je 55 cm auf Dorschbombe und Köderfisch und ein Pollack von 62 cm auf Pilker. Lecker waren sie alle vier trotzdem. Und obwohl der große Erfolg ausblieb, war niemand enttäuscht. Die Landschaft entschädigt für alles und außerdem sollte es ein Familien- und kein Angelurlaub werden.
Die zweite Woche nutzten wir für Ausflüge nach Haugesund, Karmoy und zu einem Ort in der Nähe von Haugesund, wo ich den Namen vergessen hab, der aber ein sehenswertes Kriegsmuseum hatte. So verging diese Woche auch viel zu schnell und die Rückreise stand an.
Für die Rückfahrt fuhren wir wieder die E 134 in Richtung Oslo. Wir waren frühzeitig da und so hatten wir noch Zeit uns den Hafen anzusehen. Ich wollte unbedingt den geborgenen Anker der „Blücher“ finden, welcher dort irgendwo rumstehen sollte. Nach langer Suche habe ich ihn dann auch entdeckt.
Auf dem Schiff haben wir dann unsere Kabinen bezogen und sind dann auch bald in die Kojen verschwunden. Nach einer fast ruhigen Nacht ( einige Fährgäste stellten sich als sehr trinkfest
und lautstark heraus) ging es nach einem Frühstück auf dem Schiff auf die letzte Etappe. Auch nach zwei Wochen waren den Dänen immer noch keine Berge oder wenigstens Hügel gewachsen:cool:.
Kaum 800 km später standen wir wieder vor unserer Haustür. Wäre es nach mir gegangen, hätten wir gedreht und wären wieder zurückgefahren. So bleibt uns nur die Vorfreude auf ein nächstes Mal. Die Planungen in meinem Kopf laufen schon wieder auf Hochtouren.
Bei allen, die es bis hierher mit dem Lesen durchgehalten haben und nicht auf halber Strecke eingeschlafen sind möchte ich mich für das Interesse an meinem ersten Urlaubsbericht bedanken.
Ich wünsche Euch Petri Heil!
Gruß Torsten