Hallo liebe Süßwasserfreunde....
Seit einiger Zeit reift in mir der Wunsch und inzwischen das Verlangen heran einmal eine Wander- bzw. Trekkingtour in Norwegen zu machen. Ich möchte gerne für ein bis eineinhalb Wochen mit Rucksack und Zelt in einem norwegischen Fjell unterwegs sein.
Natürlich möchte ich da auch eine Rute im Gepäck haben und den traumhaft schönen Bachforellen der Gebirgsseen nachstellen. Vielleicht erwische ich ja auch einmal einen der wunderschönen Saiblinge.
Ich hoffe hier an dieser Stelle noch ein paar Informationen bekomme zu können; ich weis ja das es hier absolute Süßwasserfreunde gibt....
1. Ich bin noch auf der Suche nach dem Gebiet bzw. dem Gebirge. Da ich nicht die ganze Zeit an einem Ort bleiben möchte, sollte das Gebiet schon recht groß sein, so dass man es durchqueren oder eine Rundwanderung machen könnte. Es sollten halt regelmäßige Angelgelegenheiten vorhanden sein. Wenn es von Zeit zu Zeit Hütten des DNT mit Proviantvorräten gäbe wäre natürlich prima, dann muß man nicht alles mitschleppen. Natürlich möchte ich gerne den Speiseplan viel mit gefangenem Fisch bestreiten bzw. ergänzen. Aber da kann ich mich natürlich nicht 100-prozentig drauf verlassen. Es sollte auch ein kurzfristiger Ausstieg aus der Tour möglich sein. Wenn es nun gar zu garstiges Wetter ist oder die Knie nicht mehr wollen oder was sonst so passieren kann....
Besonders interessant wären natürlich Regionen wo ich neben Forellen auch die Möglichkeit hätte Saiblinge zu erbeuten.
Natürlich habe ich mir schon einige potentielle Gebiete ausgeguckt oder angeschaut, aber die Möglichkeiten sind in Norwegen natürlich sehr groß.
Also wenn Ihr schon einmal was ähnliches gemacht habt, dann wäre ich für Vorschläge und Anregungen zu einem Gebiet oder einer Tour sehr dankbar.
2. Welche Reisezeit ist zu empfehlen? Die Forellen sollen ja wohl am besten beißen wenn das Eis geschmolzen ist. Aber kann man zu der Zeit schon eine Wanderung im Gebirge machen? Ich befürchte dann ist der Wasserstand der Flüsse noch zu hoch; evtl. sind die Brücken noch nicht aufgebaut..
Von der Seite würde ich erst im Juni oder August starten. Liege ich da mit meiner Einschätzung richtig? Wie sehen die Angelchancen im Juni/ August aus? Im Juni/August wird wahrscheinlich am meisten los sein. Auf Massenaufläufe kann ich eher verzichten. Oder erst Ende August, Anfang September?
3. Fängt man die Saiblinge mit der gleichen Methode wie auch die Forellen oder geht das nur mit dem Boot und dann mit dem gleichen Gerät wie beim winterlichen Eisangeln. Da wird ja, soweit ich weiß der røye-blink in Kombination mit Made oder Wurm eingesetzt. Wie macht man das auf Saibling im Sommer. Läst der sich da überhaupt fangen?
4. Da die Gebirgsseen ja häufig über sehr flache Uferzonen verfügen: Ist es sinnvoll eine Wathose (leicht atmungsaktiv, mit entsprechender Unterwäsche) mit zu nehmen -muss ja alles geschleppt werden- oder ist die überflüssig oder ist das Waten in den Gebirgsseen sogar gefährlich? Oder verscheuche ich die Fische mit dem Waten?
5. Als Gerät möchte ich eine sehr leichte Spinnrute von ca. 2,7 bis 3 m mit einem Wurfgewicht von ca. 5-15 Gramm mitnehmen. Die Rute sollte mindestens vierteilig sein. Habt Ihr hier eventuell Produktvorschläge?
6. Meine bisherigen Recherchen ergaben als mögliche Köder den Meps Aglia der Größe 1, kleine kupferfarbene Blinker und Kleinstwobbler. Gibt es von Euch noch weitere Ködertips, bzw. Farbvorschläge? Was könnte ich eventuell an einem Spirolino anbieten? Wobei: Für ein Spirolino müsste ich vermutlich auch noch eine Rute mit höherem Wurfgewicht einpacken....
7. Im Fliegenfischen bin ich ziemlicher Laie. Ich habe es mal an der Glomma probiert und meine erste Äsche hat gebissen als die Naßfliege!!! kurz vor dem Rückschwung aufs Wasser aufgeditscht ist.... Spaß gemacht hat es aber trotzdem!
Macht es Sinn zusätzlich zur Spinnrute auch noch eine Fliegenrute einzupacken? Wenn ja: Bitte, auch hier sind Gerätevorschläge zu Schnurklasse und Hersteller erwünscht.
Könnt Ihr mir einige universal Fliegenmuster für die Gebirgsregion empfehlen? Sicherlich wäre es das einfachste vor Ort in eine Angelgeschäft zu gehen und sich dort die fängigsten Muster empfehlen zu lassen. Ich werde aber vermutlich auf den öffentlichen Personenverkehr angewiesen sein; da is' dann nicht so einfach mal in einen Angelladen zu fahren..
8. Wie sieht das mit dem Feuermachen aus? Auf vielen Bildern über Trekking und Angeln im Fjell habe ich offene Feuer gesehen auf denen gekocht oder gegrillt wird. Ich war immer der Meinung dass das Feuermachen in Norwegen wegen Waldbrandgefahr von Mitte Mai bis Mitte September verboten sei. Ein Spiritus oder Gaskocher ist aber doch sicher erlaubt oder?
So, dass ist jetzt 'ne ziemliche Latte an Fragen geworden. Ich beschäftige mich seit einigen Wochen etwas intensiver mit der Materie und diese Fragen haben sich bisher ergeben und ich konnte sie trotz eifrigem Bemühen der Suchfunktionen und Googeln noch nicht so ganz klären.
Über zusätzliche Anmerkungen oder Anregungen freue ich mich natürlich auch!
Nach der Tour gibt’s natürlich auch -so hoffe ich- einige stimmungsvolle Fotos mit der getupften Beute zusammen mit einem Bericht.
Beste Grüße
torsk-king

Angeln, Trekking und Zelten im Fjell: Viele Fragen
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Zu 1) Eine Empfehlung für die Region zu geben, ist echt schwierig! Dazu bietet Norwegen einfach zu viele Möglichkeiten. Wenn Du aber auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen bist, dann sollte es wohl eher nicht zu hoch in den Norden gehen?! Wobei mir persönlich die Outdoor-Aktivitäten im Norden mehr Spaß gebracht haben! Weniger Menschen, weniger Müll, weniger Trampelpfade ... Spontan fällt mir nach Deinen geäußerten Vorstellungen zu den Rahmenbedingungen das Dovrefjell ein. Allerdings wirst Du da auch schon viele breite Trampelpfade finden!
Aber auch die Region um den Femundsee zur schwedischen Grenze hin, hat mir in diesem Jahr richtig gut gefallen.
Zu 2) Mir selbst gefällt bei vergleichbaren Unternehmungen die Zeit Anfang September immer ganz hervorragend! Oft hat man dann eine stabile Wetterlage, die Helligkeitsdauer eines Tages ist noch ganz angenehm und der Speiseplan kann sehr gut um Beeren und Pilze ergänzt werden. Die Ströme der Touristen sind dann auch längst abgerissen und man begegnet oft nur noch vereinzelten Gleichgesinnten – zu 90 % Norweger!
Zu 3) Ja, auch Saiblinge kann man mit kleinen Spinnern fangen, ebenso mit Maden und Würmern.
Zu 4) Auf eine Wathose würde ich persönlich auf so einer Tour in den Sommermonaten verzichten. Tourensandalen wirst Du ja ggf. ohnehin dabei haben und den Rest sollte man in der Not als echter Outdoorfan im Sommer nicht wirklich benötigen! Bei einer langen Tour zählt wohl jedes Gramm Gewicht!
Zu 5) Ich hatte im Frühjahr mal eine sehr schöne Spinnrute von Guideline in der Hand, aus der LPXe Serie, die war viergeteilt und machte einen wirklich guten Eindruck! Nur ein kleiner Rat – wähle die Rute nicht zu lang! Für mich wäre 2,70 m schon das Maximum!
Zu 6) Ja, Spinner in Silber und Kupfer in den Größen 1 und 2 sowie kleine Blinker und Wobbler sollten passen. Bei den Wobblern haben sich die Rapala Modelle CD 3 bis 5 oder die Chubby 38 von Illex gut bewährt. Einen Sbirolino würde ich persönlich nicht mitnehmen.
An einer guten sehr dünnen geflochtenen Schnur mit Fluocarbonvorfach bekommst Du zur Not eine Fliege auch mit einem 2 bis 3 Gramm vorgeschalteten Bleischrot um die 25 bis 30 Meter geworfen!
Zu 7) Die Fliegenflitze würde ich auch nicht einpacken, wenn Du Dich mit der Spinnrute wohler fühlst. Eine komplette zweite Rute + Rolle + Schnur und Zubehör wird Dich auch schon wieder mindestens ein Kilogramm Gewicht kosten!
ZuWenn Du Dir den Platz für Deinen Kocher mit der gebotenen Umsicht und Aufmerksamkeit auswählst, dann wird Dich kein Norweger deswegen verklagen! Wer mitten im ausgedörrten Gelände ein offenes Feuer entfacht, der gehört sowieso hinter Gitter und nicht in die Natur!
Es gibt zu diesen Themen übrigens auch gute Seiten und Foren im Netz! -
Ist ja Alles ausreichend und sehr ausführlich erklärt worden.Dem ist nur noch hinzuzufügen vergiss den Mückenschutz nicht ,das könnte teilweise Urlaubsrettend sein.In den nördlichen Gefilden ,zur Sommerszeit und den vielen Seen ,Flüssen und Mooren ringsum ,ist das vorkommen der Insekten immens.Ich habe im letzten Jahr bei einer zweiwöchigen Lapplandtour diese Erfahrung gemacht.Manchmal war Autan völlig wirkungslos,somit sollte man schon mit besseren Mitteln wie Deet ausgerüstet sein .Auch ein Mückenschleier, um den fast obligatorischen Hut ,sollte dabei sein.Es muss dich ja nicht so schlimm erwischen ,nur wer weiss das vorher.
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Hallo und guten Abend!
zunächst einmal besten Dank für die bisherigen Antworten. Insbeondere Dank an Hecht911 für die umfangreichen Antworten!
Zu 1: Also von der Region kann ich mir auch vorstellen beispielsweise in Troms zu wandern. Da käme ich mit dem Flieger hin und von dort weiter mit einem Bus ist sicher auch noch möglich. Wenn Du einen konkreten Vorschlag für den Norden hast: Nur her damit. Ich sauge zur Zeit begierig alles auf!
zu 2) Ja!! das ist doch schon mal eine Ansage. Wie gesagt Turiströme müssen nicht sein. Daher bin ich bei den großen und bekannten Nationalparks noch etwas zögerlich. Die Hardangervidda wäre sicher auch gut von dem Gewässerangebot; aber sicherlich ist da auch mehr los. Das mit den Beeren ist eine gute Idee; das mit den Pilzen lasse ich besser. Da verstehe ich soviel von wie eine Sau vom Klettern ....
Zu 4: Sicherlich muß auf das Gewicht großes Augenmerk gelegt werden. Wenn mir aber jetzt jemand sagen würde "'Ne Wathose bringt Dir ungeahnte Vorteile" dann würde ich die Mitnahme in Betracht ziehen. So viel Strecke wie ein reiner "nur Trekker" würde ich wahrscheinlich eh nicht unbedingt machen wollen. Ruhig mal an einer schönen Stelle für 1 -2 Tage verweilen.
Zu 5: Sowas: Die Guideline LPXe hatte ich auch schon im Visier. ich glaube die wurde auch schon mal von Hein erwähnt. Mal sehen; sie gefällt mir auf jeden Fall ausnehmend gut. Nun sind es schon zwei, die zu der Rute raten.
Zu 6: Ja, die Idee mit dem Bleischrot ist allerdings eine prima Alternative. Ist kein überzeugter Fliegenfischer hier, der mich doch noch überzeugen will 'ne Fliegenpeitsche zu benutzen....
Danke auch Dir Jerry. Auf jeden Fall sinnig ein Mückennetz mit zu nehmen. Das nimmt ja kaum Platz weg und wenn es dann verhindert, daß man wie ein Streuselkuchen rum rennt....:)
Weitere Anregungen würde ich gern lesen!
Beste Grüße
torsk-king
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http://www.turistforeningen.no/trip.php?fo_id…ype=&tp_days=&c=
Unter dem Link liegen verschiedene Tourvorschläge in Troms.
Die Seite an sich ist auch was für Dich, wenn Du etwas norsk verstehst. -
Forumsmitglied Alexander Perte ist hier ebenfalls Fachmann in Sachen Forellenangeln in der Wildnis Norwegens. Der Gute hat sogar mal einen mehrseitigen Artikel im "Esox" zu genau diesem Thema geschrieben.
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wenn du in troms wandern willst solltest du indre troms wählen. da is süsswassertechnisch am meissten zu hohlen. um zu sehen wo du überall mit dem buss hin kommst benutze die karte hier: http://rp.tromskortet.no/scripts/travel…avelmagicwe.dll
was ich dir so angeltechnisch vorschlagen könnte wäre:
flug nach kiruna (vermutlich billiger) oder narvik und mit zug / buss nach torneträsk. dort jemanden finden der dich per boot rüber bringen kann, an die nordseite des sees, sodass du wenn du nach norden wanderst, östlich des altevanns (in norwegen) vorbei in dividalen nationalpark rein gehst. je nachdem wie weit du dann gehen willst kannst du dich an der karte mit den busshaltestellen orientieren. wenn du weit genug nach norden gehst (an der schwedischen grenze entlang ev. bis signaldal. so könntest du das 3 ländereck besuchen) kommt tromsø als rückflughafen in frage, ansonsten orientierst du dich vom dividalen nationalpark richtung nordwesten und fliegst von bardufoss nachhause.
du musst dir aber im klaren sein, dass auf diesen strecken kein plötzlicher abbruch so ohne weiteres möglich ist. es gibt keine strassen und auch keinen handyempfang. das ist ordentliche wildniss. mit entsprechend guten angelmöglichkeiten! wenn du das nicht willst oder dafür nicht vorbereitet bist dann geh lieber an irgendeiner strasse entlang!
zum angeltechnischen bist du ja schon gut beraten worden. ein geheimtipp auf saiblinge is pose und gammarus (marflo auf norwegisch). in manchen flachen gebirgsseen fressen die saiblinge nichts anderes. werden aber davon ein paar kilo dick! du findest die kleinen krebschen wenn du am ufer die steine umdrehst und schnell zupackst. die viecher schwimmen / hüpfen sehr schnell durchs wasser!
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Wenn es so richtig weit ab der ausgetretenen Pfade gehen soll, dann denk noch einmal gut darüber nach, ob Du die Tour solo absolvieren willst!
Ich würde auf jeden Fall zu einem Partner raten! 40 oder 50 km weit entfernt von der nächsten Menschenseele kann z.B. ein gebrochenes Bein lebensgefährlich werden! -
Lars Monsen, Norwegens hauptberuflicher Abenteurer, macht fast alles an Touren nur solo, selbst Canada querbeet, allerdings mit einer kleinen Einschränkung: Er hat ein Sateliten-Handy dabei und hat unter den Schnelltasten vereinbarte Notrufsignale gelagert.
Wenn's so richtig in die wilde Wallachei geht, würde ich zumindest eines machen: jemandem ungefähre Anhaltspunkte und Zeitpläne meiner Tour hinterlassen. Kann sich im Ernstfall schnell bezahlt machen. -
Ja, genau das ist mein Problem und Ihr habt das genau erkannt: Einerseits möchte ich abseits von den Haupt-Touripfaden unterwegs sein, andererseits möchte ich eine gewisse Sicherheit im Hintergrund haben.
Genau das Beispiel von dem gebrochenen Bein habe ich immer vor Augen!
Da ich zur Zeit keinen Partenr habe der solch eine Tour mit machen würde, plane ich erst einmal so, als würde ich sie alleine machen.
stekus und alfnie: Danke auch an Euch für Eure Tips. Ich werde mir mal die Region Troms intensiver vornehmen. Bisher war ich eher so bei den Regionen Telemark, Oppland/Hardangervidda und Hedmark.
Ich hoffe auch daß sich Alexander Perte noch äußert. Seine stimmungsvollen Bachforellen-Berichte sind mir wohlbekannt (die kann ich immer wieder lesen) und nicht ganz unbeteiligt daran, daß ich mal solch eine Tour machen möchte.Beste Grüße
torsk-king
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