Durch unseren eingeschobenen Angelurlaub im Juni in Lindesnes fühlte sich die
Wartezeit auf den „richtigen“ Urlaub glücklicherweise nur halb so lang an. Es sollte
nach Stavang gehen. Ein für uns völlig neues Gebiet und gleichzeitig auch die bisher
nördlichste Destination. Zu den üblichen Verdächtigen, also meinen Eltern und mir
gesellte sich noch kurzfristig mein Cousin dazu (ca. 3 Monate vorher), Haus und Boot
ließen das zu, jedenfalls dachten wir das.
Er ist sowohl Norwegen- als auch Angelneuling. Was das bedeutet, können sich
bestimmt einige schon denken…
Untergebracht waren wir hier: Angelferien mit der Familie?
Aber warum sind wir davon ausgegangen das Haus und Boot groß genug sind?
Naja, das Haus ist für 8 Personen ausgelegt, ob da nun 3 oder 4 Mieter wohnen, ist
letztendlich egal. Das passte also schonmal.
Als Boot hatten wir eigentlich ein Oien 530 mit 40 PS, nicht riesig, aber völlig
ausreichend. Leider erreichte uns eine Woche vor Urlaubsantritt die Nachricht, dass
der Motor kaputt ist und auch nicht mehr repariert werden kann. Als Ersatzboot
erhielten wir ein Pioneer 15 mit 20 PS. Das Boot besaß keinen Steuerstand (sonst
würde an Board noch mehr Platz fehlen), das Echolot mit Geber musste täglich
sowohl neu angebracht als auch geladen werden und kleiner war es im Allgemeinen
natürlich auch. Vom Komfort, Platz und der Sicherheit her also keine schönen
Neuigkeiten, aber eine Alternative gab es leider nicht (außer Stornieren…), es
musste in den sauren Apfel gebissen werden und wir machten das Beste daraus.
Immerhin kam man uns im Preis entgegen.
Für Menschen mit körperlichen Einschränkungen könnte der Einstieg zum Boot
besonders bei Ebbe ungeeignet sein (Holzleiter), man kann aber mit dem Boot zum
gegenüberlegenen Steg fahren, um die Personen ins Boot zu holen.
Nun aber mal zur Reise. Los ging es am 22.08.26 7:00 Uhr in der Früh mit einem 10
Stunden ritt nach Hirtshals. Mit mehreren Fahrerwechseln und Pausen gut machbar,
dennoch zieht sich die Strecke jedes Jahr wie ein Kaugummi. Dann sind wir mit der
Fähre inkl. Frühstücksbuffet pünktlich am Sonntag gegen 13:00 Uhr in Bergen
angekommen. Danach noch ca. 4 Stunden Fahrt inkl. kleiner Fähre, um ans Ziel zu
kommen. Alles hat einwandfrei funktioniert und so wurde ruhig und gemütlich das
Auto ausgeräumt, Haus eingeräumt und das Angeltackle aufgebaut.
Den ganzen Urlaub hatten wir unglaubliches Glück mit dem Wetter, kaum Wind, viel
Sonne und Temperaturen um die 18 Grad. Geregnet hat es meistens in der Nacht.
Wir hatten genau EINEN Ausfalltag, dort passten sich Wind und Regen perfekt ab, es
regnete den ganzen Tag aus Eimern und der Wind blies aus allen Richtungen.
Zusammengefasst ein Sechser im Lotto mit Zusatzzahl.
Jetzt aber nun endlich zum wichtigen Part der Reise: das Angeln. Vorher wurde die
Angelkarte genauestens studiert und das Netz nach bisherigen Berichten durchforstet.
Leider gab es recht wenig Informationen im Internet, bei doch recht vielen Ferienhäusern
in der Nähe sehr verwunderlich. Gefangen haben wir aber natürlich dennoch, vor allem Leng,
aber auch Dorsch, Pollack, Schellfisch, Köhler, Wittling, Makrelen, Knurrhahn,
Flügelbutt, Tintenfisch, Seehecht, Lippfisch und Franzosendorsch. Den größten Fisch
hatte, wie sollte es natürlich auch anders sein, unser Norwegenneuling: einen 1,25 m
großen Leng. Allgemein hatten die Lenge gute Küchengrößen und konnten auch
schon in Tiefen von unter 30 Metern gefangen werden. Eine Angelgruppe berichtete
uns außerdem vom Fang eines 1,50 m großen Exemplars. Der Seehecht war eher
ein Zufallsfang, maß stattliche 99 cm und lieferte einen sehr guten Drill. Gerne hätten
wir mehr davon gefangen, aber da fehlte uns etwas die Revierkenntnis. Bei den
Pollacks taten wir uns auch etwas schwer, erst am letzten Angeltag fanden wir hier
eine passende Stelle, diese war uns zwar schon vorher bekannt, angefahren sind wir
diese aber halt nur das eine Mal (schön doof). Wir haben einige andere Boote
gesehen die aktiv auf Köhler geangelt haben, da dies nicht unbedingt unsere Angelei
ist, können wir nicht viel dazu sagen, ich denke aber, dass hier gute Fänge möglich
sind, per Zufall fingen wir nämlich ein immerhin 72 cm großes Exemplar mit
Gummifisch. Makrelen als Köderfische zu fangen, gestaltete sich an so manchen Tag
als gar nicht so leicht, dies scheint dieses Jahr aber ein universelles Problem zu sein,
denn davon konnte man im Forum ja schon ein paar Mal von lesen.
Wälder, um Pilze zu sammeln, gibt es in der Gegend genug, wir waren aber quasi bei
unseren häufigen Touren nur in einem Waldabschnitt und auch jedes Mal erfolgreich.
Leider war die Steinpilzdichte nicht sehr hoch, dafür gab es umso mehr Pfifferlinge.
Stavang ist klein und liegt ruhig und etwas abgelegen. Dennoch gibt es einen
Landhandel, welcher von 7:00 Uhr bis 23:00 Uhr geöffnet hat. Dieser ist nicht
permanent besetzt, man kommt aber mit Kreditkarte zu den Öffnungszeiten rein und
kann dann per Selbstbedingungskasse bezahlen. Der Laden hat ein ordentliches
Sortiment, aber hier sind die Preise noch höher als bereits in den normalen
Supermärkten. Auch eine kleine Tankstelle ist vorhanden.
Der nächste „normale“ Supermarkt liegt circa 25 Minuten weit weg, dieser bietet
sogar eine TooGoodToGo-Tüte mit Backwaren an, sehr gut, um sich ein paar Tage
mit Brot einzudecken (wir hatten jeweils 3 Brote und ein Gebäck für 6,93 EUR).
Die Rücktour erfolgte per Auto nach Oslo (vom Zoll keine Spur, dennoch viel Polizei,
wir vermuten aufgrund der anstehenden Beerdigung von König Harald V), dann per
Fähre nach Kopenhagen und von dort aus nach Gedser, um dann mit der Fähre
nach Rostock überzusetzen (inklusive Hubschrauberübung der deutschen Marine).
Den Rest locker flockig dann noch mit Auto.
Fazit:
Sowohl landschaftlich als auch von der Angelei können wir Stavang auf jeden Fall
empfehlen. Man ist umgeben von Bergketten, wenn es geregnet hat, gab es überall
kleine Wasserfälle und die Ruhe wurde nur ab und zu von den startenden und
kommenden Flugzeugen unterbrochen. 60 kg Filet haben wir nach zwei Wochen
locker zusammen bekommen und mit etwas mehr Revierkenntnis und einem
besseren Boot kann man das womöglich noch deutlich schneller schaffen. Auch sehr
große Fänge kann man hier sicherlich auch öfter haben. Die Nähe zum offenen Meer
ist interessant und bestimmt auch Erfolgsversprechend, leider war uns dies durch
unser Boot verwehrt geblieben, vom Wetter her wären Ausfahrten machbar gewesen.
Der Hamburger Stammtisch ist geplant am 14.11.2025 oder 21.11 2026
Bitte mit abstimmen, wer noch dazu kommen möchte.
Jetzt mitmachen!
Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!







.gif)