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  1. Norwegen Angelfreunde, Freunde geben Auskunft
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  3. Reiseberichte Mittelnorwegen

Dolmoy Gjestebrygge

  • Hasehern
  • 4. April 2016 um 13:38

Der Hamburger Stammtisch ist geplant am 14.11.2025 oder 21.11 2026

Bitte mit abstimmen, wer noch dazu kommen möchte.

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  • Hasehern
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    • 5. April 2016 um 15:37
    • #11

    Teil 4 :

    Die nächsten Tage verbrachten wir innerhalb der Schären in den Heringsschwärmen um die Dorsche zu ärgern. Das klappte auch hervorragend und neben

    reichlich releasten Fischen glühten abends die Filetiermesser

    Auch gesellten sich immer mal wieder der ein oder andere Pollack dazu und brachte etwas Abwechslung in die Palette


    Als endlich die Vorhersage für den nächsten Tag stimmte , hieß es Heringe stippen und die Ködervorräte zu schaffen. Dies war

    zwar mühsam , aber dann doch einigermaßen erfolgreich und so konnte es am nächsten Morgen bei "Laborbedingungen "

    losgehen. Am Platz angekommen gingen die Köder mit 300 Gramm Bleien auch senkrecht in die Tiefe und lediglich die Gezeiten-

    drift sorgte für ein wenig Versatz. Auch mein 105 Gramm Pilker musste nicht geworfen werden , sondern konnte senkrecht ge-

    fischt werden bei 110 Metern. Da sich bei mir nix tat wurde ich etwas weich und garnierte den Drilling mit Heringsfetzen , was

    aber lediglich die Dornhaie zum Anknabbern fanden.

    Mein Neffe fischte auf ähnliche Weise und hatte das Glück als ersten Fisch des Tages besagten Seeteufel zu fangen

    Ich blieb bis auf Haie Schneider und die Zuppler der Naturköderangler wurden heftiger.

    Mein Freund Pascal fischte mit ganzem Hering am Giant Jighead Deadbait und bekam schon bald einen heftigen Biss.

    Die Rute bog sich verdächtig und der große Fisch nahm immer wieder Schnur. Nach langem Hin- und Her kam ein riesiger weißer

    Schatten an die Oberfläche. 1,23 und 13 Kg wie sich später herausstellen sollte

    Die Euphorie war natürlich riesig , zumal die Laborbedingungen anhielten und Köder reichlich an Bord waren.

    Es dauerte jedoch eine ganze Weile bis der nächste Biss kam und mein Sohn riss seine Rute zum Anschlag nach oben.

    Auch hier war es ein zähes hin und her , nach gefühlt ewigem Pumpen kam ein 1,20er nach oben

    Stolz wie Oscar bekam ich von ihm immer wieder "Schneider , Schneider" Rufe , denn ich war immer noch ohne verwertbaren Fisch.

    Gerade als ich die Anweisung gab zum Hochholen und Ansetzen der letzten Drift entgegnete Junior " Moment, hab grad nen Biss"

    Únd tatsächlich war in seiner Spitze ein leichtes Zittern zu sehen.Als ich schon über den Biss eines kleinen Hais lästern wollte,

    wurde seine Rutenspitzen gleichmäßig nach unten gerissen und der erfolgte Anschlag mit einer vehementen Flucht erwidert.

    Schnell wurde klar , dass da etwas noch Größeres am Haken hing. Pumpen , Flucht , Pumpen , Flucht und es dauerte eine gefühlte

    Ewigkeit bis der Gegner sich vom Grund heben ließ. Langsam aber stetig kam der Fisch höher, bis schließlich der brühmte weiße Schatten zu erkennen war.

    Was dann an die Oberfläche kam ließ alle Münder offen stehen *eek*

    Ein riesen Leng , Gaff , rein ins Boot und Jubelschrei? Denkste , der Filius war platt nach zwei solchen Drills und konnte zum Fotermin

    erst im Hafen wieder die Arme heben. 1,36 bei 15 Kg waren die nüchternen Daten.

    Da nun alle müde und hungrig waren , beendeten wir diesen denkwürdigen Angeltag und alle (außer mir *rolleyes* ) hatten ordentliche Fische

    gefangen.

    Im nächsten Teil: Kackt für mich hinten nochmal die Kuh?

    Bilder

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    Viele Grüße Daniel

    (Ex-)Pokalflüsterer


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  • Hasehern
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    • 5. April 2016 um 15:47
    • #12

    Der unterste Leng gehört nicht zu diesem Teil und war ein Fisch des ersten Versuches , weiß auch nicht wie er in diesen Teil gerutscht ist HDL:)

    Viele Grüße Daniel

    (Ex-)Pokalflüsterer


    :laola:

  • Hasehern
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    • 5. April 2016 um 16:28
    • #13

    Teil 5 : Hinten kackende Kuh

    Die Tage gingen , die Dorsche blieben. Ab und zu Schellfisch , ein Pollack zur Abwechslung , aber die Leoparden blieben der bestimmende Fisch.

    Allerdings gerade in der Pfanne für mich ein Hochgenuss LC:)

    Was uns allerdings auch treu blieb war der Wind. Immer so 6-7 m/s . Schwach genug um rauszufahren , aber viel zu stark um

    nochmal der Lengstelle einen Besuch abstatten zu können. Lediglich für unseren letzten Tag waren super Verhältnisse vorausge-

    sagt. Also früh aufgestanden , der Fjord lag flach wie Linoleumboden und ab hinaus. An der heißen Stelle angekommen , stellte

    Petrus die Düsen an wie auf Kommando und aus Hammerdrift wurden schnell Schaumkronen , was mich schnell zum Abbruch

    blasen ließ.In den sicheren Schären angekommen Kriegsrat. Dorschangeln im Heringsschwarm? Da meine Jungs diesbe-

    züglich ausgefischt waren setzte ich sie im Hafen ab und wir starteten die letzte Ausfahrt zu dritt. Erfolgreich wie immer , fiel

    uns zunächst gar nicht auf wie der Wind immer mehr abflaute und der Fjord sich zusehends glättete.

    Um 11.00 Uhr Pascal: " Komm wir haben noch zwei Stunden , lass uns auf zur Lengstelle" Ich zögerte zunächst , wollte das meinen

    Mitfahrern zunächst ausreden. Naja , warum nicht und schließlich mit Highspeed zum Hotspot.

    Highspeed ist wörtlich zu nehmen , denn der 100 PS Yamaha Quirl sorgte für ein anständiges V-Max.

    Angekommen fiel mir auf , dass ich meine "schwere" 200 Gramm Rute im Hafen gelassen hatte und bestückte meine 110 Gramm

    Sportex Spinnrute mit der "großen" 5000er Rolle. Die Anderen hatten ihr Naturköderzeug noch dabei.

    Ich wurde mir selbst untreu , kramte aus meiner Tacklebox ein Lengvorfach und bestückte es mit einem Heringsfilet.

    Kaum am Grund angekommen , zuppelzuppel , Biss , Anschlag Rute bis ins Handteil krumm. Oha , das wird lustig. Nach dem

    bekannten Hinundher gewann ich Oberwasser und auch ich konnte endlich Metern und das mit 1,17 sogar deutlich :biglaugh:

    Mit zittrigen Fingern neu bestückt , runter zuppelzuppel , Biss , Rute krumm und zwar wie noch nie *eek*

    Hinundher , Pumpen , Flucht , Pumpen , alles bekannt und es lag bald ein 1,21er im Boot. Ich konnte die Armschmerzen meines

    Sohnes nun vollends nachvollziehen #zwinker2*. Die anderen im Boot konnten noch einen 68er Zwerg und einen 99er fangen und es wurde

    Zeit zum Aufbruch. Es musste ja alles noch gesäubert , und aufgeräumt werden.

    Dadurch , dass mein Sohn ein paar Tage vorher einen größeren Leng fangen konnte als ich , war mir auf der Heimfahrt trotz

    diesen schönen Fischen einiges an Lästerei vergönnt , und Pascal der mich um 2 cm überbot schlug allzu gerne in die selbe Kerbe :crying:


    Im letzten Teil: allgemeines Zur Anlage , Booten und Fischerei

    Viele Grüße Daniel

    (Ex-)Pokalflüsterer


    :laola:

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    • 5. April 2016 um 16:42
    • #14

    klasse daniel...........:baby:

    als bekennende naturköderangler, mit gelegentlichem abwandern zum pilken ..........:biglaugh:

    sagen wir mal ein fettes petri zu den klasse dorschen und lengs - dieses erlebnis wird dir und deinen mitanglern sicher lange im gedächtnis bleiben

    LG

    der Rolfe und die Sandra

  • Hasehern
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    • 5. April 2016 um 17:16
    • #15

    letzter Teil: Allgemeines

    Es war in 25 Jahren Norwegen das erste Mal , dass ich im Bereich Hitra unterwegs war und es wurde seinem Ruf als Anglerparadies vollauf gerecht.

    Wenn man ein Haar in der Suppe suchen will , war die Fischerei sehr "dorschlastig", das hatte ich in Bessaker , oder in diversen Westnorwegenzielen

    auch zu dieser Jahreszeit schon anders erlebt , die Palette war deutlich breiter.

    Dolmoy Gjestebrygge ist eine Toppanlage mit sauberen Filetiergelegenheiten , kleinem Angelladen (für norwegische Verhältnisse sehr günstig) und einem

    Servicemann Honza , der freundlich und hilfsbereit ist. Er versteht als Tschesche nicht alles gleich auf Anhieb , aber mit nordenglisch kann man sich

    super verständigen. Er hat auch immer reichlich Tipps parat und gegen ein Klönschnaak mit Bierchen bekommt man auch Ködermakrelen #zwinker2*

    Wir hatten eine Wohnung zu fünft (Steinbiten) , die für sechs Personen ausgegeben wird. Die Platzkapazität war zu Fünft schon mehr als ausgereizt *rolleyes*. Fehlende

    Annehmlichkeiten wie Spülmaschine und fast schon antike Elektrogeräte dazugenommen , muss ich sagen hatte ich wenig schlechteres in Norwegen.

    Aber wir sind ja Angler und nicht zum Luxusurlaub hier. Leider lässt sich der Balkon wegen fehlender Überdachung auch nicht als

    Lagerplatz für Gerödel , etc gebrauchen , was den Platzmangel natürlich noch verstärkt.

    Die Lage ist allerdings direkt am Hafen und das Boot in Sprungweite.


    Das Boot: Ein 22 Ft Dolmoy Kabinenboot , welches wir mit 5 Mann gut nutzen konnten. Zwar waren dann keine Tangotänze mehr


    möglich , aber bei 2 Mann im Bug und 3en im Heck , ließ sich Tüddel und Platzstress ganz gut vermeiden. Einen 6. Mann würde

    das Boot aber über seine Grenze bringen.


    Wie bereits erwähnt der 100 PS Motor bringt das Boot auch bei 5 Mann zügig in Gleitfahrt und wenn man am Gashebel nicht völlig

    die Nerven verliert , lässt sich der Benzinverbrauch verschmerzen. Wir haben an 11 Angeltagen 300 Euro verbrannt.

    Das Echo/Plottergerät sucht seines Gleichen. ein Gerät von Simrad , leider hab ich mir die Typbezeichnung nicht gemerkt.

    Großes Display und die Anzeige so fein , dass man in 60 Metern den Pilker noch unterm Heck tanzen sah. Absolut topp!

    Mein Fazit: Absolutes Toppziel für Anglergruppen , meine Frau würde ich da nicht mit hin nehmen , da jeglicher Komfort in

    der Wohnung zu Vermissen war .

    Ein weiteres Manko ist doch die Windanfälligkeit . Je nach Windrichtung wird schnell und schon bei 7 Metern/s von Honza die

    schwarze Flagge gehisst. Das musste die Truppe in der Nachbarwohnung schmerzlich erfahren , die kurz vor uns kam.

    3,5 Ausfalltage bei 6 Angeltagen :crying:. Wenigstens hatten wir dankbare Abnehmer für die Fänge der ersten Tage , so konnten wir bis


    auf 6 Pck Filet alles mit nach Hause nehmen und über die freute sich Honza. Er tauscht gerne gegen Bier , für Angler die eben


    Wetterpech haben #zwinker2*

    Würde ich nochmal hinfahren? Ja , sofort , allerdings erliege ich meist dem Reiz neues ausprobieren zu wollen.


    -ENDE-

    Viele Grüße Daniel

    (Ex-)Pokalflüsterer


    :laola:

  • Gast5536
    Gast
    • 5. April 2016 um 18:01
    • #16

    Ganz großes Petri euch allen, die an diesem gelungenen Urlaub teilgenommen habt. Da lacht das Anglerherz! Erfrischend der Bericht! Großes Kino, Daniel!

  • Bogenmass
    am 31.05.2020 verstorben
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    • 5. April 2016 um 18:15
    • #17

    Ganz prima von so`n ollen Meenzer.
    Danke für deinen Bericht, den ich als nicht besonders ansehe,
    weil wir ähnlich tolle Berichte ja von dir gewöhnt sind. Ich lasse
    mich gerne von ihnen verwöhnen.
    Danke dafür..........

    Jürgen

  • Heilbuttteacher
    Ist oft hier
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    • 5. April 2016 um 18:39
    • #18

    Hallo Daniel,
    erstmal Danke für Deine doch sehr unverblümte, also objektive Berichterstattung! Besonders gefällt mir Dein Resümee. Es ist nicht alles Gold was glänzt, und auch auf Hitra (Insel im Fisch...bla) muß man die Opfer kulinarischen Genusses erstmal finden...
    Abstriche beim Inventar bin ich gerne bereit einzugehen, weil ich hier nicht leben möchte und folglich meine Ansprüche dann andere wären, als eine trockene warme Unterkunft mit Dusche und einem weichen Bett, um neue Kräfte für die nächsten Vorhaben zu tanken!
    Mit Dolmöy habt Ihr eine relativ zentral gelegene Basis gewählt, von wo Ihr aus in alle Himmelsrichtungen starten könnt...:baby:...auch wenn der Wind mal was verblasen sollte und es meertechnisch nicht auf's Wasser gehen kann, dann macht mal ein Inselhopping...Fröya,Smöla,Ullvöya...
    Hitra, die Insel im Fisch, welche ist das eigentlich nicht?
    Jedes Jahr war anders und man blieb auch mal acht Tage lang am Stück ohne nennenswerten Erfolg, der Verzweiflung nahe, aber dann ward er gefunden, der Hotspot, der für alles im bis dahin erlebten Urlaub entschädigte und neue Energie spendete für weitere Projekte...
    Das macht für mich der Reiz "Angelurlaub im Nordland" aus!!! Erzähl' sowas mal einem Binnenfrosch! Nee, ist der Fisch lecker, aber welch Anstrengung dahinter steckt....bleibt unsereins ein schönes Geheimnis!!!!

    Gruß jo xx#,

  • MacGyver
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    24. März 1976 (50)
    • 6. April 2016 um 12:26
    • #19

    Mensch Onkelchen.:ZUNGERAUS: Da hast Du aber einen schönen Bericht hingezaubert. Ich gehörte zwar zum erlauchten Kreis, derer, die in den Genuss der Live-Berichterstattung kamen, trotzdem war es schön nochmal alles gebündelt lesen zu können. :Danke:

    Gruß Torsten (ohne "h") :wave:

    [SIGPIC][/SIGPIC]


    Freundschaft ist wie Hose voll – jeder sieht es, aber du als Einziger fühlst die Wärme! (Otto Waalkes)

  • Zauberlehrling
    Fjordnorwegenfreund
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    30. Juli 1961 (65)
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    Männlich
    • 6. April 2016 um 18:07
    • #20

    :baby::baby::baby: Daniel, da hast du aber einen ganz feinen Reisebericht in Häppchen serviert. :baby::baby::baby:

    Super zu lesen, schöne Bilder und noch schönere Fische.................na dann mal ein dickes "Petri Heil".
    Gegen ein gutes Dorschfilet in der Küche hätte ich nichts einzuwenden. LC:)

    Ich war selbst 2006 und 2007 auf Dolmøya und habe auch Sternstunden beim Fischen erlebt.


    :Danke: für's Einstellen und Gruß von Gaby und Mario.

    <fn> Natürlich nach Trandal <fn>


    Hilsen Gaby og Mario :wave:

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