Island 66° Nord: Daiwa-/ Cormoran Islandfestival 2010 in Sudureyri und Flateyri
Zum fünften Mal organisiert Angelreisen Hamburg nun das Daiwa-/ Cormoran Islandfestival am Ende Europas. Dieses alljährliche Festival liegt nicht nur in der isländischen Top-Angelzeit, sondern wurde auch durch sensationelle Fänge wie Heilbutts bis 350 Pfund, Dorsche jenseits der magischen 50 Pfund und Katfische über 20 Pfund zu einer feststehenden Institution für engagierte Nordeuropa-Meeresangler!
Schon 2009 hatte uns Thilo Weiß von Angelreisen Hamburg für dieses Jahr an die Westfjorde eingeladen, und die Vorfreude auf diese atemberaubende schroffe Landschaft ist riesig, durften wir Island und die dortige Angelei doch 2007 schon kennen lernen. Zudem wird ein Teil unseres Berliner Meeresangler-Stammtisches mit von der Partie sein, was uns schon den gesamten Winter über genügend Gesprächsstoff und Planungen beschert hatte.
Neben 78 aktiven Teilnehmern, fast alles „Wiederholungstäter“ sprich Stammgäste aus Deutschland und Österreich sind dieses Jahr vom 08.06. bis 17.06. begleitend dabei: Thilo und Lars (Lasse) von Angelreisen Hamburg, Horst Hennings und Großbuttbezwinger André Rossat vom Team Daiwa-/ Cormoran, „Blinker“-Kameramann Arne Seiberlich, Accurate-Rollenimporteur Oli(ver) Schwenke sowie Tanja und ich vom Team Dieter Eisele. Außerdem erwarten uns vor Ort die beiden erstklassigen und perfekt vorbereiteten Guides Robert und Julius.
Waren meine Berichte früher wortgewaltiger, lasse ich jetzt lieber 158 Bilder von über 1000 Bildern kommentierend sprechen, denn wie war das doch gleich nochmal: ein Bild sagt mehr als 1000 Worte und bringt Stimmungen nun mal eindrucksvoller rüber – viel Spaß also beim Gucken unserer Erlebnisse!
08.06. Flughafen Berlin-Schönefeld: unglaublich viel Getackle ist bei Tanja, Lasse und Thilo angestapelt – 40kg plus Handgepäck pro Person sollten ausreichen!
Takeoff mit Island-Express zum Start der Internationalen Luftfahrtausstellung, zu der auch zwei Airbus A380 Gäste sind!
Wir brauchen keinen Besuch bei Gosch – schnell mal Sylt überflogen…
…und Landeanflug bei bestem Wetter auf Keflavik International Airport nach 3,5 Stunden!
Super Organisation vor Ort durch Nancy von „Island Pro Travel“: extra für das Festival steht ein LKW bereit, der das ganze Gepäck nachts zu den Zielorten transportiert – für Zwischenübernachtung und Weiterflug reisen wir alle nur mit Handgepäck!)
Ankunft im „Viking Village“ Hafnafjördur bei Rekjavik, unserer genialen und einfach erlebenswerten Zwischenübernachtung!
Rechts unser Hotel, links das dazugehörige urige Restaurant
Das Erdgeschoss des Hotels – just be a Viking!
Vorbereitungen für das große Wikingerfest, welches wir auf dem Rückweg noch genießen werden
Auftakt-Essen Vorspeisenplatte:
natürlich wollen wir den Gammelhai probieren, Kneifen gilt nicht!
Nach einer Geruchsprobe…
…stellen wir fest, dass er zwar ein wenig streng schmeckt, aber durchaus genießbar ist! (war allerdings die harmlosere „Touri-Variante“, es gibt wohl auch eine strengere Variante)
Am nächsten Morgen um 7:00 Uhr geht es mit der Fokker von Rekjavik weiter…
…und nach knapp einer Stunde sind wir auch schon im Landeanflug auf Isafjördur, welcher für sich alleine schon ein tolles Erlebnis ist!
Westfjorde-Land unter den Füßen, der Bus steht schon für uns bereit
Kurz hinter Isafjördur liegt ein beeindruckender Tunnel der in seiner Mitte eine Kreuzung hat – ab nach Sudureyri oder Flateyri
Wir Sudureyrianer sehen nach dem Tunnel gleich unseren Hausfjord
Die Bleibe von Thilo, Lasse, Arne, Oli, Tanja und mir – ein modernisiertes Kapitänshaus mit fünf Schlafzimmern – genügend Platz!
Unsere Bootsflotte im Hafen von Sudureyri: Seigur 750, die wohl besten Boote für selbst steuernde Angler in der Vermietung!
Bei bedecktem Himmel geht es gleich zum Antesten raus, unsere Haus-Crew mal bildlich: Thilo…
…Tanja (mit frisch eingekürzter Daiwa Interline)…
…Accurate-Mann Oli…
…Kameraprofi Arne…
…und Lasse links auf dem Bild neben Oli (meinereiner seht ihr hinter der Kamera )
Schnell wieder in den Hafen zum offiziellen Startschuss und gleich unsere Flateyrianer getroffen, Horst zweiter und André dritter von links
Daumen hoch: nach Thilos Ansprache via UKW-Seefunk gibt Robert den stilechten Startschuss zum Festival mit seinem Jagdgewehr!
Wir mischen uns unter die Teilnehmer – während Lasse sich im Hintergrund noch sammelt, hat Thilo den ersten feinen Dorsch im Boot! Abends hat dann jeder von uns schon seine ersten Fische ins Boot gebracht
Am nächsten Morgen fahren Lasse und ich zum Einwiegen des ersten Tagesfanges nach Flateyri, dort ist schon Betriebsamkeit rund um Horst und Julius – die großen Fischkisten sind schnell mit Massen an Dorsch und Katfisch gefüllt…
…wobei Stefan schon zum ersten Einwiegen die 40-Pfund-Marke kratzt!
Das Wetter klart vormittags auf, und wir fahren zum Köderfischfang zum Fjordausgang, heute soll es gezielt auf Katfisch gehen
Vor bizarrer Kulisse…
…komme ich in den Genuss, mein neues Superweitwinkel zu testen – und bin sehr zufrieden mit dessen Abbildungsqualität!
Meine Kombo für den großen Steinbeißer-Angriff heute: eine Jiggingmaster PE8 mit JM-Geflochtener an einer Balzer Inliner 30lbs, dazu ein Sølvkroken Octopus-Jig 600gr mit Seelachsfetzen am Drilling
Und nachdem Thilo das Boot auf eine der bekannten Katti-Stellen gelegt hat, dauert es nur wenige Minuten, bis ich meinen eigenen Steinbeißerrekord eingestellt habe!
Nun geht es an jeder Rute Schlag auf Schlag! Auch Tanja lässt ihren Penn Tuna Stick 12-20lbs und die Special Senator 113 ihre guten Arbeiten verrichten-
erst ma den Kleineren hier…
…und kurz darauf – mit Kreuzfahrerbegleitung im Hintergrund – diesen großen Schnappoiden…
…der auch für sie neuer Rekord ist! Als wir abends in den Hafen fahren, hat jeder mehrere dieser kapitalen Katfische ins Boot gebracht!
Am nächsten Morgen wieder nettes Happening unter den Teilnehmern, Einwiegen in Sudureyri – wer hat heute den größten Fisch?
Hardy hat gut Grinsen: 41 Pfund Leopard liegen ganz vorne in der Wertung!
Aber auch andere Teilnehmer waren erfolgreich…
was die Fischkisten für die Fabrik bestätigen – ob nun Dorsche….
…welche fatalerweise ein Auge auf all unsere Köder geworfen haben, oder…
der tolle Katfisch meines Namensvetters Karsten,…
…der uns nun nur noch eisige Blicke zuwerfen kann!
Inhaltlicher Beweis: Europas TOP-Gewässer für Katfisch halt!
Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten aufgrund des Seegangs fühlen sich unsere Berliner Stammtischler auch bestens – Rolf und Torsten…
…sind immer zu Späßkens aufgelegt!
Die Jüngsten machen es den alten Hasen oftmals vor: Phillip mit klasse Schellfisch, der ihm den Sieg in der Schellfisch-Wertung einbringen wird…
…und auch tollem Kattie – Phillip, Du hast ein prima Händchen fürs Angeln, behalte bloß Deine symphatische Begeisterung bei!!!
Bei Traumwetter geht es heute mit Guide Julius raus, dessen Boot wir die restlichen Tage dankenswerterweise benutzen werden, damit wir Sechse uns nicht in einem Boot auf den Füßen stehen müssen!
Spiegelglatter Nordatlantik…
…und die schroffe Bergkulisse…
…machen jede Ausfahrt zu einem einzigartigen Erlebnis, ständig klickt eine Kamera an Bord!
Nicht nur ich fühle mich bei diesen perfekten Bedingungen sauwohl!
Mit Julius haben wir schon im Vorfeld abgemacht: es soll unbedingt auf König Heilbutt gehen, wir wollen die Tage über alles versuchen für einen großen Platten! Oli ist mit seiner Boss Extreme und seinem OTI Jiggingstick jedenfalls bestens gewappnet,…
…doch Julius hat die Nase vorne…
…und nimmt erst mal eben einen Dorsch raus!
Da lasse ich mich mit meinem Svenskepilk 600gr natürlich auch nicht zweimal bitten!
Und endlich hat unser Nordeuropa-Neuling und ansonsten Warmwasser-Biggamer Oli auch mit seinem bis dato „personal best“ ordentlich zu tun:
Ein feiner Dorsch zum Eingewöhnen,…
da reißen beide gerne mal die Klappe auf!
Die schon lange so titulierte „Dorsch-Mama“ muss den Männern dann mal wieder zeigen, wo Thors Hammer hängt!
Anstelle der an dieser Stelle vermuteten Flachmänner…
…knabbern aber lieber die Dorsche an unseren Pilkern und Gummifischen…
…was die ganzen Sturmvögel um uns herum allerdings auch sehr unterhaltsam finden!
Was ein Tag! Wir genießen den Sonnenschein und die klasse Stimmung an Bord vollends, ob nun Oli…
…meine Wenigkeit…
…oder Süßmaul und Nutella-Killer Julius!
Nach Stärkung erstmal Bizeps-Training an der Daiwa Interline!
Von Oli sauberst gegafft…
…hat Julius den nächsten Traumdorsch in den Armen!
Das fordert Tanja zum Nachlegen auf – ein weiterer Feinfisch auf Power Select 300gr!
Mein Spielzeug für den zu erwartenden Butt ist neben der Accurate Boss 870 diese Jiggingmaster PE8…
…sowie neben Svenskepilk 600gr und ganzen Seelachsen am System auch buntes Gummi, von oben: VIVIF Doubletrouble, zweimal STORM Giant Wildeye und Savage Cut Plugged Herring – auf alle Fälle Garanten für große Dorsche!
Neuer Tag, diesmal ohne Julius – uns erwartet ein spiegelglatter Ozean!
Hmm, wohin nur ohne nennenswerte Drift? Skipper Tanja fährt alle heißen Stellen an,…
…doch bei diesen Bedingungen beißen ständig nur kleinere Dorsche und Katfische.
Also noch ein Portrait geschossen und zum Landgang rein in den Hafen.
INTERMEZZO I: Kapitales an der Heilbutt-Harpune!
Was mache ich da mit Oli auf den Klippen? Nein, Muscheln liegen dort keine herum.
Wir nutzen den Nachmittag und schauen uns an Land um. Oli gefallen die zahlreichen Seevögel an der Mole dermaßen gut, dass er Fotos schießen will – und dabei sein Firmen-Handy aus der Tasche drei Meter tief in die Spalten zwischen die Wellenbrecher fällt!!! Gerade noch sichtbar, mit abgefallenem Akku liegt da unten nun sein Handy – bei gerade Niedrigwasserstand und keinerlei Chance, mit dem Arm irgendwie ran zu kommen!
Also ab ins Haus und Werkzeug gesucht! Neben einer Heilbutt-Harpune nehmen wir auch eine Suppenkelle und Kabelbinder mit. Die Flut kommt langsam in den Hafen gelaufen, doch wir verzweifeln – das Handy lässt sich partout nicht in die an der Harpune befestigten Suppenkelle hineinschaufeln. Wenigstens die SIM-Karte retten, bevor das Wasser das Handy begräbt! Oli setzt, verkeilt zwischen den Steinen, beherztt zur Harpunierung an… Und trifft das Handy beim ersten Mal so glücklich, dass es mit seinem Rand an der Spitze der Harpune hängen bleibt, wo vorher noch der Akku verankert war! Für Oli auf alle Fälle der größte Fang dieses Urlaubes,…
…denn auf der SIM-Karte schlummern auch etliche nicht abgespeicherte internationale Rufnummern! Merke: auch Big Gamer können mit einer Heilbutt-Harpune virtuos umgehen.
Neuer Tag, neuer Angriff. Doch die größeren Fische befinden sich nicht unter unserem Boot – zumindest nicht die platten Burschen, auf die wir mit XXL-Ködern fischen.
Also den sonnigen Nachmittag genutzt und mit leichtem Gerät zur Hafenmole geschlendert. Ein Boot kommt während unseres Marsches in den Hafen.
Diese Mole – wie auch die von Flateyri – ist bekannt für tausende übereinander gestapelte Klieschen - und das soll sich auch nicht als Märchen erweisen!
Warum sollen sich gerade an diesen Molen so unglaublich viele Fische aufhalten? Die Demonstration erleben wir live: aus der Fischfabrik kommt ein Gabelstapler herangerollt und kippt eine große Bütt voll mit Fischresten ins Hafenwasser. Und dies jeden Tag, das wissen auch die Möwen und Sturmvögel, die kurz vorher schon nervös über unseren Köpfen umher geschwirrt waren!
So dauert es dann auch gerade mal eine Minute, bis ich auf einen blanken Møre Silda Meerforellenblinker grün-silber die erste Kliesche an die brandneue Seatrout Challenger Meerforellenrute bekomme!
Fang spornt an, also die Angelrute an das hibbelige Eheweibchen abgegeben, die genauso fasziniert ist wie Oli und ich.
Oli versucht sich derweil oben auf der Molenmauer an den raubenden Seelachsen, mit seiner Accurate Twinspin allerdings ein wenig überdimensioniert bei diesen kleinen Exemplaren – Spaßfaktor allerdings hoch drei!
Diese Spinnrute soll ja ein breites Spektrum für die nordeuropäische Fischerei abdecken. Aber solch ein Seeskorpion (Sculpin) auf einen fetten Meerforellenblinker? Der war dann doch kein angedachter Zielfisch für die Seatrout Challenger und durfte selbstverständlich weiter schwimmen!
Auf dieser Aufnahme – wir haben etliche davon, die kann ich gerne nachträglich noch einstellen - könnt ihr die anderen Klieschen am Grund herumlungern sehen, während wir uns mittlererweile einen Spaß draus machen, einzelne Platte mit Seelachsfetzen am Blinker einfach nur bis an die Oberfläche zu locken, ohne sie zu fangen! Einstimmiges lachendes „GUCKGUCKGUCK!!!“
Hier mal ein vom Knabbern frustierter Platter. Die Kinder von Sudureyri fangen von dieser Mole aus übrigens mit Grundmontage auch kleinere Heilbutts, angelockt von den Fischresten. Verhältnisse wie am Burøysund auf Vannøya!
Auf dem Rückweg bleibt Zeit zum Betrachten der örtlichen Vorgärten
Neuer Einwiegetag mit einer kleinen Sensation: der bislang vor Island größte Leng mit 115cm geht in die Wertung ein!
Und auch Stammtischler André kann neben einem neuen Strich in seiner persönlichen Artenliste Zähne zeigen: feiner Seeteufel, den unsere Berliner als Abenddiner genießen werden!
Das Wetter fordert mich und das Weitwinkel ständig zum Abdrücken auf
Heute ist es von Wind und Drift her ideal für unsere Fliegenrute Klasse 12 und superfast Sinker – und das macht vor Islands Küsten richtig Spaß!
Leider kommen wir mit den riesigen Streamern nicht unter die kleinen Dorsche, damit wir einen Großdorsch oder gar Heilbutt an den Haken locken können, aber…
…selbst die Kleinstdorsche Islands sind größer als so ziemlich jeder Dorsch beim Meerforellenangeln an der Ostsee!
Wieder raus ins Tiefere, Oli punktet noch mal mit seinem neuen Rekord
Am letzten Einwiegetag wird dagegen alles Bisherige nivelliert: Lasse hat schon Probleme mit dem Waage-Heben,…
…und Ingo steht als 2010er Festivalgewinner fest: 51 Pfund wiegt sein Überdorsch der letzten Nacht! Die kostenlose Teilnahme am Festival 2011 ist ihm somit sicher!
Nicht unerwähnt bleiben sollte der einzige Heilbutt des Festivals: der 8-Pfünder!
Der letzte Angeltag ist vorbei, nun heißt es Boote säubern und das Tackle verstauen.
(Fortsetzung folgt wegen Foren-Restriktion sogleich!)