Eine spontan vor ca. 6 Wochen geplante Tagestour zum Peenestrom nahm am Samstag morgen um 3.00 Uhr mit dem Klingeln meines Weckers ihren Anfang!
Um 4.30 Uhr hatte ich Tom 69 zugesagt, ihn vor seiner Haustür in Berlin "aufzusammeln". Ich hatte mich mit der Strecke Zeuthen - Berlin/ Friedenau leider ein wenig verkalkuliert und traf dort mit 15 Minuten Verspätung ein. Die fehlende Viertelstunde holten wir dann auch bis zu Klausi nach Berlin / Buch nicht auf!
Klausi nahm es gelassen und wir luden unseren Krempel seelenruhig in den VW Bus um. Anschließend noch ein kurzer Abstecher nach Bernau, um einen weiteren Angler aufzusammeln, der mit Klausis Partner Bernd auf einem zweiten Boot sein Glück versuchen wollte.
Die Fahrt verlief, bis auf ein kurzes rotes Aufblitzen in einer Ortschaft, ohne weitere Zwischenfälle.
Klausis Partner trafen wir in Wolgast an der Tankstelle, wo alle kurz ihren Kaffeedurst stillten und die Tabakvorräte auffüllten!
Dann gings ab zum Bootssteg, an dem wir schon erwartet wurden und wo wir die vorbestellten Angelberechtigungen MV Küste erhielten!
Dann hieß es Boote beladen, Angeln vorbereiten und für die nächsten 9 Stunden "häuslich" einrichten. Zwischendurch ging immer wieder der Blick zum Himmel, um das Wetter zu beobachten. Wie vorhergesagt, kam der Wind aus südlichen Richtungen, der Himmel war (noch) bedeckt und wir hatten recht starken Ausstrom der Peene.
Klausi, Tom und ich belegten zu dritt das größere Boot und Klausis Partner Bernd mit dem anderen Angler den kleineren Kahn.
Nach etwa 10 Minuten Fahrt der erste Stopp an der Schilfkante, das Echolot zeigte Tiefen von 1,5 bis 2 m - durch den starken Ausstrom fehlten etwa 50 cm Wasser gegenüber dem Normalpegel, das war leider nicht optimal, aber was solls, die übrigen Umstände waren positiv und jammern hilft ja ohnehin nichts!
Die ersten zwei Stunden vergingen ohne Biss, wir verlegten mehrfach die Position und wechselten permanent zwischen Wobbler, Spinner, Gummifisch und Blinkern die Kunstköder durch.
Gegen 11.00 Uhr kam dann Bernd mit dem anderen Boot mal kurz längsseits und wir mussten anerkennend zur Kenntnis nehmen, dass er erfolgreicher war als wir. Er hatte schon 3 Hechte verhaftet, einen kleineren und 2 von immerhin ca. 95 cm Länge. Gebissen hatten alle drei Fische auf einen beigen selbstleuchtenden Gummifisch in der Länge von 18 cm.
Die Sichttiefe des Wasser dürfte so zwischen 0,5 bis max. 1 m gelegen haben, da war dieser leuchtende Köder wohl für die Hechte wie das Glühwürmchen in stockfinsterer Nacht!
Wir verlegten dann gemeinsam unsere Boote an einen neuen Platz und siehe da, auch auf unserem Boot gab es plötzlich die ersten Bisse.
Wir fingen in kurzer Zeit 3 Hechte etwa zwischen 70 und 80 cm, nichts aufregendes, aber immerhin gab es Bewegung an der Rute. Unsere Fische wurden auf Effzett Blinker gefangen. Alle drei Fische wurden zurückgesetzt.
Auf dem Nachbarboot brach dann spontan ein wenig Hektik los, denn Bernd hatte mit seinem Gufi eine Hechtoma zum Anbiss verführt!
Der Drill dürfte nicht länger als 10 Minuten gedauert haben, dann lag der imposante Fisch im Boot, wurde eiligst gewogen und vermessen, musste ein Fotoshooting über sich ergehen lassen und wurde dann in sein Element zurückgesetzt.
Wir hatten anschließend noch einige Kontakte zu guten Fischen, konnten aber keinen mehr haken.
Mit dem nächsten Platzwechsel gings unter die Brücke von Wolgast zur Insel Usedom, dort fingen wir auf kleine Pilker (35 g Eisele) etliche Güstern und ein Rotauge. Viele Fische haben tatsächlich auf den Köder gebissen, andere wurden gerissen.
Die erhofften Barsche ode4r Zander ließen sich jedoch nicht sehen und so wechselten wir nach kurzer Zeit zurück an den erfolgreicheren Platz.
Jetzt allerdings bekam zu unserem Leidwesen der Wetterbericht Recht, die Wolkendecke löste sich komplett auf und mit zunehmender Sonneneinstrahlung frischte der Wind merklich auf bis auf Stärke 5.
Dieser Wetterumschwung muss den Hechten mächtig auf den Magen geschlagen haben, denn wir fingen ab diesem Zeitpunkt nichts mehr und hatten auch keine nennenswerten Bisse mehr!
Dennoch haben wir tapfer bis zum Sonnenuntergang durchgehalten und einen wirklich schönen Tag auf dem Wasser verlebt.
Bei unserer Rückkehr erfuhren wir dann, dass Klausis Partner Bernd noch einmal zugeschlagen hatte und einen weiteren Fisch über 90 cm verhaftet hatte.
Fazit, es wurden insgesamt 8 Hechte gelandet und wir hatten in etwa noch einmal soviele Bisse. Wir haben den erhofften Meterhecht zwar nicht selbst gefangen, aber wir hatten das Vergnügen, einen in unmittelbarer Nähe zu bewundern. Das macht Mut für weitere Touren!
Der Peenestrom ist kein einfaches Gewässer und meiner Meinung nach schlägt den Hechten ein zu starker Wind und zu klares Wetter erheblich aufs Gemüt. Ausstrom ist meiner Meinung nach eine gute Sache, aber am Samstag war die Strömung für meinen Geschmack einfach zu stark!
Wir haben gesehen was möglich ist und werden sicher wiederkommen, um uns den Traum vom eigenen Meterhecht irgendwann zu erfüllen!
Gruß Hecht911
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