Dieter , die Bilder sollten angezeigt werden ...
Morgen gibts dann Teil 2
Beautiful British Columbia
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Jo, eins quer und drei andere. Kein einziges Ti................äh Fisch- Angel-Bild*rolleyes*
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Teil 2: Zwei Tage am Fraser River
Da durch unsere kurzfristige Anreise nur ein Guidingtag möglich war , machten wir am Tag davor eine Sightseeingtour durch die Gegend am Fraser Unterlauf.
Mit ein paar Tipps unseres Gastgebers Frank fuhren wir nach Hope und tankten erstmal an der Chevron , die Rambo im Teil "First Blood" in die Luft jagte.Überhaupt ist die Gegend um Vancouver nach Los Angeles und New York der drittgrößte Drehort für Hollywood Filme und Serien.
Tags zuvor waren wir schon an MacGyver Sets. (Also die vom Original , wir wandelten nicht auf den Spuren unseres kleinen ,
dicken Einzelkindes hier aus dem Forum )
Von Hope verschlug es uns in den beeindruckenden Canyon des Frasers an das sogenannte Hells Gate. Hier muss der Fraser durch eine
extrem enge Klamm und schießt mit annähernd 30 Metern Tiefe nur so unter einer Brücke durch.Um diese Stelle überwinden zu können steht hier die größte Lachstreppe Kanadas
Hier ein kleiner Teil der Anlage. Da es dort doch sehr touristisch zuging befolgten wir einige Tipps von Frank und wanderten diverse
Wanderwege abseits der Touri-Pfade und wurden mir herrlichen Ausblicken verwöhntNicht ohne die Bitte Franks zu befolgen , Bear-Bells zu tragen , oder uns beständig laut zu unterhalten. Denn überraschte und somit
erschreckte Bären könnten statt wie üblich zu flüchten , auch mal zur Verteidigung übergehen.*eek*
Da mir nach über zwei Stunden Wanderung die Gesprächsthemen ausgingen , gab ich meiner Holden einige Kostproben meiner
Schlagerkenntnisse , die so schief waren dass das Fraser Valley zum ersten Mal seit der Eiszeit bärenfrei war
Nach dem Aufschnappen einiger Lebensmittel , war für den Spätnachmittag chillen angesagt und bei dem ein- (meine Frau)
oder nochmehr anderen (ich) kanadischen Lagern genossen wir erneut die Aussicht von der Terrasse .Dem Jetlag geschuldet und mit der Gewissheit , dass am nächsten Tag um 5.00 der Wecker klingelt ging es dann früh in die Heia

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Der Wecker klingelte nicht um 5.00!*eek*
Weil ich schon um 4.00 Uhr "klingelte" und mich unruhig hin und her wälzte. Als es dann endlich Zeit war aufzustehen kamen wir in den Genuss eines Früh-
stücks , dass vor allem für diese Uhrzeit fantastisch war
Um nach einem Schneidertag nicht völlig ohne Foto dazustehen machte ich noch ein Foto vom hauseigenen Präparat unter dem
Motto " sowas fängt man hier , wenn es gut läuft " Dieser hier ist 2,04 Meter lang!
Ich muss dazu sagen , dass Frank uns ehrlicherweise vor
Buchung sagte , dass der Fraser gerade Hochwasser mit 5! Metern über Normal führe und die Fischerei zäh und schwierig sei.
Mir war das egal , ich war nun mal jetzt hier und freute mich überhaupt einmal solch einem Urian nachstellen zu dürfen
Um Punkt 6.00 stand Frank mit Bootshänger und Truck vor der Tür und es folgte eine weitere Ernüchterung.
Er war gestern noch am Fraser unterwegs , und die einschlägigen Stellen seien nicht zu befischen , da Stämme , Treibholz und
anderer Unrat dies verhinderten.Wir müssten das Boot slippen und zwar im Canyon von gestern , da die starke Strömung
aus Treibgut im wahrsten Sinne Kleinholz macht und die besten Stellen somit zu befischen seien.
IN DIESER STRÖMUNG? schoss es mir über die Lippen. " Wer fangen will muss leiden! " die kurze Antwort.
Nun denn ab zum Canyon und das Boot geslippt
Der Plan war ca 30 Km flussauf zu fahren zu fahren und uns dann nach und nach zur Slippstelle zurückzufischen. Hört sich gut an und
alleine die Fahrt zum ersten Fangplatz war sein Geld wert , bot der Fraser von der Wasserperspektive doch noch ganz andere
Ein- und Ausblicke
Sehenswert waren auch die Indianersiedlungen , mit den Lachstrocknungs-
Gestängen , die ein wenig an die norwegische Stockfischherstellung erinnerten.
Als wir nach gefühlten Stunden am ersten Angelplatz ankamen , startete Frank sein mit Side-Imaging ausgerüstetes Echolot und
suchte die Pools und Kehrströmungen nach Rinnen , Bergen und sonstigen fischverdächtigen Spots ab.
Dann endlich Anker runter und Ruten bestücken. -
An eine Rute kamen Lachseier
an die Nächste die im Hintergrund zu sehenden Neunaugen und die Beköderung
der dritten Rute sah wie folgt aus: Frank öffnete die am Bootsheck angebrachte Kühltruhe , zog drei Seiten Sockeye Lachs heraus
und sagte zwei davon grillen wir , eine brauchen wir als Köder. Er schnitt ca drei Zentimeter breite und zwanzig Zentimeter lange
Steifen aus dem Lachsfilet und beköderte die dritte Rute.
Nachdem die Ruten ausgebracht waren dauerte es auch weniger als eine Minute und ein Zuppeln an der Lachseirute verriet den ersten
Biss. " Warte bis das Zuppeln in ein beständiges Ziehen übergeht , dann kräftig anhauen!"
Als dies der Fall war , flucks zur Rute , Anschlag! Der saß , allerdings erschlaffte die Rute nach ca 5 sec und der Fisch war weg.
" Macht nix , war kein Großer" war der Kommentar von Frank und tatsächlich schoss nach ca 10 weiteren Sekunden ein ca
1.00 Meter langer Stör der Länge nach aus dem Wasser. Das würden sie immer tun , wenn sie er- und verschreckt wurden und wir
sollten den Platz wechseln. -
Die Spannung steigt.

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Nach vielem Suchen , etlichen Platzwechseln ohne zu fischen ließ Frank erneut den Anker zu Wasser.
"Hier geht eigentlich immer was " so sein Kommentar. Ruten raus und nach einer halben Stunde ohne Biss wieder rein.
Sollte der Tag ohne Fisch enden , wirklich alles so zäh wie befürchtet ?
Wir ließen uns einfach im Pool 15 Meter flussab treiben , setzten erneut den Anker und Ruten raus.
Nach 5 Minuten verdächtiges Zuppeln... Das Zuppeln ging in einen Zug über , Anschlag und NIX
Der Anhieb ging ins Leere und beim Einholen des Köders war nur noch die Haut des Lachsstreifens am Haken.
"Ein Gourmet" war Franks knapper Kommentar.
Da kein Stör verschreckter Weise sprang , legten wir die Rute wieder aus und der nächste Biss kam brachial.
kleines Zuppelchen , Rute krumm! Anschlag , NIX
"Das war ein Ordentlicher " so der GuideEs war zum Verzweifeln . Der Blick meiner Frau bekam so ein " Angeln kann er AUCH nicht " Ausdruck

Nach mehrfachen Stellenwechseln , teils mit teils ohne fischen , näherte sich mein inneres Befinden dem Nullpunkt und gedanklich
wollte ich mit meiner Angelausrüstung zu Hause ob meiner Angelkünste schon ein Lagerfeuer machen und zukünftig Golf spielen gehen , oder so :mad:Neue Stelle neues Glück , Frank war immer noch fröhlich optimistisch gestimmt.
Suchen , Fahren , Anker ablassen , Ruten raus.
Endlich zuppelte es wieder , diesmal ein Hebebiss! "Go on , Strike!" so Frank (überhaupt der Wechsel zwischen Englisch und Badisch
war schon amüsant
)
Also Anschlag , Rute krumm! Der Fisch machte keine große Flucht , lag wie ein Stein auf dem Grund und nur einige Kopfschläge
ließen auf Leben am anderen Ende schließen. Nach ca 5 Minuten Drillzeit , setzte Frank beherzt zur Maullandung an und zum Vor-
schein kam dies:Die Freude über diesen Fang war schon riesen groß , doch Frank sagte nur : " Das wars noch nicht "
Also nach Fotosession Stör hier , Stör da den Fisch realeast und Stellenwechsel.Direkt an der nächsten Stelle , Anker runter , Rute raus.
Nach einigen Minuten Zuppelzuppel , beständiges Ziehen , Anschlag Rute krumm! Und zwar richtig krumm .Es folgte eine Flucht über 250 Meter in einem Zug ehe Frank die anderen Ruten einholte , den Anker lichtete und ab dem Fisch hinterher. Auf der Penn waren auch nur noch 50 Meter Schnur also langsam dem Fisch entgegen und Schnur gewinnen.
In der Strömung echt schwierig da immer Zug auf der Rute sein musste und durch Stromschnellen das Boot vor und zurück geschleudert wurde .Nach ca 25 Minuten hatten wir den Stör (oder er uns ) in BootsnäheMeine Arme waren fast taub als ich zum ersten Mal die Schwanzflosse sah

"Trophyfish , about 8 Feet" so Frank. Auf ein "Hä?" meiner Frau , die schwäbische Übersetzung : " Umma Zwofuchzisch"
Wir mussten den Fisch aus der Strömung bekommen , die Fluchten wurden jedoch kürzer und kürzer und Müdigkeit stellte sich
an beiden Enden der Rute ein.Frank fuhr das Boot an das Ufer , (übrigens mittlerweile 2 KM stromab) sicherte den Fisch mit routiniertem Maulgriff und ich traute meinen Augen nicht . WAS EIN VIEH. Da der Fisch nach Maulgriff als gefangen gilt , schwebte ich mittlerweile im 7. Anglerhimmel
Wir sicherten den Fisch zu dritt und starteten die FotosessionDas Messen ergab 2,45 Meter Nachdem der Fisch zurück ins Wasser glitt merkte ich erstmal was mir alles wehtat. Dia Arme bekam ich nicht mehr über Kopfhöhe
der Bauch über und über mit blauen Flecken übersäht und dennoch war ich der stolzeste und glücklichste Mensch der Welt."So Löide , jetzt grillen wir und dabei fangen wir IMMER noch einen Fisch"
Im Inneren verfluchte ich Frank , da ich nicht wusste ob ich noch so einen Drill dauerhaft überstehen würde.*rolleyes*Also Boot gestartet , raus auf den Fraser , Lachsfilets und Grill präpariert (nicht ohne dabei wieder die Ruten auszulegen)
Gerade als ich das Endprodukt auf dem Teller hatte und mit immer noch zittrigen Fingern die ersten Stücke probierte
das altbekannte "zuppelzuppel" Zug und Anhieb! Bumm schon wieder eine Flucht über 100, 150 Meter Anker raus , Boot gestartet und dem Fisch hinterher. Der Lachs kann ja warten.
In meiner gerade gewonnen Routine merkte ich schnell der Fisch reiht sich ca in die Mitte des ersten und zweiten größentechnisch ein.
Zähes Hin und Her , Maulgriff und anschließendes Präsentieren -
Nach dem Messen (1,85) und zurücksetzen ein euphorisches Freudentänzchen hingelegt , so dass die als Zuschauer herbeigeeilten
Indianer ihre wahre Freude hatten und mich mit "Yippieajeeh" Rufen lauthals anfeuerten
Jetzt aß ich noch den Rest meines Lachsfilets , wir slippten das Boot raus und der Guidingtag war nach reichlich überschrittener Zeit beendet.
Bäämm Bumm , meinen Jungs zuhause Fotos zugemailt( Hierzu vielen Dank ihr Indianer , für die Nutzung eures Wlans , vergesst die Winnetou Romantik
)
und ins Auto gestiegen wir hatten ja noch 400 Km Auto zu fahren zu unserer Ranch irgendwo im Nirgendwo
Fazit : Erwartungen erfüllt? Wolkenkratzerhoch übertroffen

Im nächsten Teil: Fliegenfischen wie Kanadier und Pferde , die beim Anblick des großen Mainzers in die Gewerkschaft eintraten

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tolle Bilder und klasse Fische, Petri zu deinen wirklich beeindruckenden Fängen!
Ja, die Rheinland-Pfälzer, die schaffen was...
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung. -
Klasse Daniel, Danke!
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