Was mich betrifft, ich bin kein Norwegenneuling mehr.
Ich beschäftige mich seit 1995 das ganze Jahr über mit Norwegen und nicht nur in zwei Wochen Urlaub. Dazu lese ich viel und so weiß ich bedeutend mehr über die Geschichte des Landes und die dortige Lebensweise als ein deutscher Durchschnittsbürger.
Die rosarote Phase ist also längst vorbei, wenn ich sie denn jemals hatte.
Natürlich sagen auch die Norweger, dass ihnen manches in ihrem Land nicht gefällt. Das ist normal und auch ihr gutes Recht. Demokratie eben.
Stell dir doch mal vor, irgendein Ausländer (Türke, Pole ...) käme nach Deutschland und würde sagen, das Land wäre ganz schön, nur die Deutschen müßten weg.
Ich will keinem den Spaß an dem Buch verderben, wenn er damit bisher seine Freude hatte. Meine Meinung ist aber anders. Sätze wie der oben genannte sind aus meiner Sicht ein absolutes NO-GO. Solche Dinge sagt oder schreibt man nicht. NIE.
Obendrein finde ich das Buch auch noch schlecht geschrieben. Die Tagebuchform führt zu einer Aneinanderreihung von endlos vielen gleichwertigen Ereignissen. Somit fehlt fast jeder Handlungsstrang und Spannungsbogen.
Da hat es sich der Autor etwas leicht gemacht. Seine literarischen Mittel sind möglicherweise begrenzt.
Als Tagebuch ist es in Ordnung, aber Tagebücher sind zunächst mal nicht für ein breites Publikum gedacht.
Wer Bücher verkauft, ist Profi und muss sich an Profis messen lassen.
Ehrlich gesagt habe ich in diesem Forum schon Reiseberichte gelesen, die handwerklich wenigstens ebenso gelungen waren. Leider waren die nicht stattliche 500 Seiten lang.
alfnie
Wenn du das hier besprochene Buch tatsächlich lesen möchtest, könnte ich es dir schicken. In Kürze werde ich es nicht mehr brauchen. Ein anderes vom selben Autor besitze ich nicht.
Das Buch "Leben und Angeln hinter dem Polarkreis"
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Was mir gerade einfällt:
Wenn ein Norweger über Zustände in seinem Land klagt, sollte man sich als Deutscher hüten, ihm darin recht zu geben.
Das kann übel nach hinten los gehen.
(gewissermaßen "Einmischung in innere Angelegenheiten") -
schade... vor lauter politischer korrektheit vergißt du, dass er schriftsteller ist und sowas darf. schriftsteller dürfen auch das wort "neger" benutzen, ohne dass man sie dafür ächtet und ihnen rassismus vorwirft.
und die feine ironie in diesem, dich störenden satz, merkst du auch nicht...
dass dir der stil nicht liegt ist eine andere sache.
die tagebuchform resultiert daher, dass er mit frau und sohn ein jahr dort gelebt hat und jeder seine gedanken in tagebüchern, die dann zu einem buch führten, niederschreiben mussten. war schon interessant, wie da meinungen auseinanderdrifteten...bernd
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Das ist ja nun ein uralter Trick: Hinterher sagen, es wäre Ironie gewesen und der andere verstünde keinen Spaß.
Noch dazu "feine Ironie" - jetzt stehe ich da wie ein Blödmann.
Aber lass mal, andere Bücher spalten sogar ganze Nationen.
Es geht also nicht nur uns beiden so, dass wir ein Buch verschieden wahrnehmen.
Da kann man nix machen.
Reicht das als Friedensangebot?
Ich mag das Thema nämlich nicht mehr. -
@ wittling: ich habe keinen spaß daran, dich oder irgendjemanden, der nicht meiner meinung ist, als spaßbremse oder dämlack darzustellen.
wenn man literarische sachen betrachtet, ist es immer so, dass es ein für und wider gibt.
zwischen uns gab es doch nie krieg.. oder??? ich empfand es jedenfalls nicht..
wir hatten/haben verschiedene meinungen. und das soll gut sein, oder??
ich denke, dass wir uns zukünftig darüber über pn fetzen, oder??
da könnten wir uns beharken, ohne über die regeln hier zu stolpern...bernd
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Lass mal, an einem PN-Krieg habe ich kein Interesse.
... zumal ich vermute, dass wir bis auf die Literatur ganz gut harmonieren könnten.
Mir ging es ausschließlich darum, die öffentlichen Begeisterungsstürme für ein - sorry - unterdurchschnittliches Buch ein wenig zu dämpfen. -
ich gehe sogar soweit, zu sagen, dass wir sicher auch bei vielen literarischen werken einer meinung sind.
bernd
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